Der Informatiker Bernd Becker entwickelte an der Universität Freiburg gemeinsam mit Studierenden, Psychologen und Erziehungswissenschaftlern eine Hörsaal-App. Entstanden ist das Projekt "Smartphones in der Lehre" - kurz "Smile" - aus der Frage heraus, wie neue Technologien und Medien in die Lehre integriert werden können.

Bernd Becker und seine Studenten standen vor der Aufgabe, wie während einer Massenveranstaltung mit mehr als 100 Teilnehmern noch eine Interaktion erreicht werden kann. Gemeinsam mit Psychologen und Erziehungswissenschaftlern haben sie die App evaluiert und entlang der Frage entwickelt: "Was kommt gut an und was nicht?"

Die Studierenden loggen sich mit ihrem Uni-Account ein und haben bei der App drei Optionen: Feedback, Questions and Answers oder Quiz. Der Feedback-Bottom ist für zwei Anwendungen konzipiert: einmal für Dozierenden und das andere Mal für Studierende.

"Der Dozierende kann die App so konfigurieren, wie er das haben will. Eine Standardvariante ist, dass man sagen kann 'Habe gar nichts verstanden' oder 'Habe alles verstanden'."
Bernd Becker, Informatiker an der Albert Ludwigs-Universität Freiburg

Ob das Feedback nur auf dem Tablet des Dozenten erscheint oder für alle sichtbar an die Wand geworfen wird, kann ebenfalls der Dozent entscheiden. Bernd Becker erklärt, dass er seine Vorlesung nach einer gewissen Zeit unterbricht, um gebündelt um das Feedback der Studenten zu bitten.

Im Grunde ist die App, so Bernd Becker, nur eine erweiterte Möglichkeit für die Studenten, sich während der Vorlesung zu melden, um sich bestimmte Sachverhalten, noch einmal erklären lassen.

Feedback und Lerntagebuch

Für die Studierenden entstehe eine Art Lerntagebuch, sagt Bernd Becker, mit dem sie im Nachhinein noch einmal überprüfen können, wo sie Schwierigkeiten hatten, um sich gezielter auf die Klausuren vorbereiten zu können.

Bislang wird die App in verschiedenen Abteilungen an der Albert Ludwigs-Universität Freiburg getestet. Ab dem Wintersemester soll die App flächendeckend zur Verfügung gestellt werden. Interesse haben bereits verschiedene Universitäten angemeldet wie München, Saarbrücken und Konstanz.