Unsere Reporterin Rebekka Endler liebt Knoblauch. Zu ihrem Bedauern bekommt sie einen Knoblauch-Kater, wenn sie zu viel davon isst. Dann hat sie ein Gefühl im Mund, das sie "toter Hamster" nennt.

Der ein oder andere hat noch nie etwas vom Knoblauch-Kater gehört, manche haben schon mal im Netz darüber gelesen und der selbsterklärte Knoblauch-Fan, unsere Reporterin Rebekka Endler bedauert sehr, dass sie ihn immer wieder zu spüren bekommt. 

"Den Knoblauch-Kater habe ich vor allem, wenn ich abends Knoblauch esse. Ich werde in der Nacht ganz oft wach, muss aufs Klo und habe einen wahnsinnigen Brand. Manchmal träume ich wild, ähnlich, wie wenn ich Gin oder Rum getrunken habe."
Vera kennt das Phänomen Knoblauch-Kater auch

Wenn sie ein paar Knoblauchzehen in ihr Essen gibt, kann sie eigentlich schon davon ausgehen, dass sie nach einer unruhigen Nacht am nächsten Morgen ein pelziges Gefühl im Mund hat. Rebekka nennt dieses Phänomen den "toten Hamster".

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Obwohl der Knoblauch-Kater für Rebekka sehr real ist, recherchiert sie im Netz, ob es dieses Symptom tatsächlich gibt, ob auch andere schon mal etwas ähnliches erlebt haben. 

Dabei hofft sie herauszufinden, wie man Knoblauch essen, aber den anschließenden Kater vermeiden kann. Denn eins ist klar, Rebekka möchte auf keinen Fall auf die Gewürzpflanze verzichten. Egal, ob Kater oder nicht, sie will weiterhin mit Knoblauch kochen und ihn - so gut es geht - genießen. 

"Den Knoblauch-Kater offiziell, gibt es nicht. Es kann sein, dass diese Ladung an Scharfstoffen für manche Körper einfach zu viel ist, wie das zum Beispiel auch für einige Leute ist, wenn sie Chilis essen, dann kriegen sie einen Kreislaufkollaps. Die Dosis macht das Gift."
Uwe Knop, Ökotrophologe
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Uwe Knop ist Ökotrophologe und hat seine Diplomarbeit über den Knoblauch geschrieben. Es sagt, dass das Phänomen des Knoblauch-Katers aus der Sicht der Wissenschaft nicht existiert. Allerdings sagt der Ökotrophologe auch, dass für manche Knoblauchliebhaber, die Menge an Scharfstoffen, die sie mit dem Knoblauch zu sich nehmen einfach zu hoch ist. 

"Knoblauch-Forschung ist sehr kompliziert. Denn je nachdem, wie er zubereitet wird, können sich unterschiedliche Schwefelkomponenten bilden, die sich unterschiedlich auf uns auswirken können."
Rebekka Endler. Deutschlandfunk-Nova-Reporterin
Das Knoblauch-Festival im französischen Arleux: Links die Knoblauch-Königin von 1982, rechts von 1977.
© imago | Zuma | Keystone
Das Knoblauch-Festival im französischen Arleux: Links die Knoblauch-Königin von 1982, rechts von 1977. Ist ein Knoblauch-Kater möglicherweise der Grund für den mürrischen Blick auf dem rechten Foto?

Rebekka vermutet, dass sie im Laufe der Zeit eine Unverträglichkeit gegenüber Knoblauch entwickelt haben könnte. Allerdings müsste man das genauer untersuchen, um herauszufinden, welchen Inhaltsstoff sie besonders schlecht verträgt. Das wiederum ist nicht so einfach, da, je nachdem, wie der Knoblauch zubereitet wird, verschiedene Schwefelkomponenten entstehen können, die sich wiederum unterschiedlich auf uns auswirken können. 

Inhaltsstoffe von Knoblauch variieren mit Zubereitung

Je nach Zubereitung entfalten verschiedene Wirkstoffe unterschiedlich stark ihre Wirkung. 

Roher, zerquetschter, oder klein gehackter Knoblauch enthält viel Allicin. Das ist ein schwefelhaltiger Stoff, der im Mund die Schärfe-Rezeptoren anspricht. Beim Kochen geht das Allicin andere Schwefel-Verbindungen ein, deswegen schmeckt gekochter Knoblauch deutlich weniger scharf. 

Die Schwefelstoffe, Sulfide, die sich beim Kochen bilden, haben auch eine antibiotische Wirkung, aber: Ob und wie genau das im Körper zum Tragen kommt, ist laut Uwe Knop völlig unklar. 

Jeong Kwan, eine zen-buddhistische Starköchin, benutzt in ihrer Küche gar keinen Knoblauch, weil sie glaubt, dass er die körpereigenen Energien durcheinander bringt. 

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Inzwischen hat Rebekka die Anzahl der Knoblauchzehen reduziert, um herauszufinden, ab welcher Menge sie ein Kater-Symptom bekommt. Gebratenen Knoblauch zu essen, hat nicht so schlimme Nachwirkungen. Was rohen Knoblauch angeht, fürchtet sie aber, dass sie in Zukunft ganz darauf verzichten muss, weil ihr kritischer Schwellenwert wohl bei Null liegt. 

Systematische Suche nach Ursachen

Der Ökotrophologe Knop empfiehlt, sich auf eine systematische Suche nach den Ursachen zu begeben. Er glaubt, dass möglicherweise auch eine Mischung verschiedener Lebensmittel für den Kater verantwortlich sein könnte. Welche  Mischung problematisch ist, kann man herausfinden, indem man verschiedene Lebensmittel weglässt und unterschiedliche Kombinationen ausprobiert und beobachtet, welche Wirkung sie haben. 

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