Schweinen sind einfach die besseren Haustiere: Sie sind schlauer als Hunde und können starke emotionale Bindungen zum Menschen aufbauen und pflegen.

Bei ihrer Studie haben Forschende von der Universität Budapest herausgefunden, dass auch Schweine nach menschlicher Aufmerksamkeit suchen und soziale Interaktion einfordern - also nicht nur Hunde.

Im Fachmagazin "Animal Behaviour" haben sie aber auch über eine andere Beobachtung während ihres Experiments berichtet: Die Schweine haben Aufgaben schneller als die Hunde gelöst und sind so eher zu ihrem Leckerli gekommen. Außerdem haben sie im Gegensatz zu den Hunden richtigen Ehrgeiz bewiesen: Auch schwierige Aufgaben haben sie versucht zu lösen, während die Hunde schneller aufgegeben und Hilfe bei Herrchen gesucht haben.

Schweine sind emotionaler und schlauer als Hunde

Tatsächlich haben auch einige Menschen ihre Liebe zum Schwein entdeckt – nicht in Form des Schweineschnitzels, sondern als niedliches Haustier. Silke Arnold hat sogar einen Verein gegründet: "Schweinefreunde 1999". Sie trainiert mit ihren Schweinen auf einer Weide: Rote, grüne, blaue Bälle sollen ihre Haustiere getrennt nach Farbe apportieren. Nach einem halben Tag Training würden ihre Schweine auf Kommando entweder den roten, grünen oder blauen Ball bringen. Bei Hunden würde das länger dauern. Was Frau Arnold vielleicht nicht weiß: Hunde haben eine rot-grün-Sehschwäche und sind deshalb im Nachteil.

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Trotzdem: Auch bei Versuchsanordnung ohne Farben bleibt es dabei: Schweine sind schneller und demnach schlauer als Hunde. Die Forschenden der Uni Budapest haben Futter in eine Kiste gelegt und abgedeckt. Dabei waren die Schweine aber nicht nur schneller als ihre behaarten Kollegen, sondern waren auch hartnäckiger in Bezug auf die Abdeckung. Sie haben eine Lösung gesucht, trotzdem an das Futter heranzukommen, während die Hunde aufgegeben haben. Das macht einen Teil der Schweinepersönlichkeit aus, sagt Marianne Wondrak vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Uni Wien.

"Schweine sind extrem individuell, jeder hat seine eigene Persönlichkeit, kennt seinen Namen. Wenn ich auf die Weide gehe und eines rufe, kommt das eine Schwein und nicht alle anderen auch. Jedes will besonders behandelt werden. Sie sind sehr menschenfreundlich."
Marianne Wondrak, Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Uni Wien

Schweinefreunden geht wahrlich das Herz auf, wenn die borstigen Paarhufer auf sie zulaufen, sich vor ihnen auf den Boden werfen und sich von ihnen kraulen lassen möchten. Tatsächlich sind Schweine in der Lage, starke emotionale Beziehungen zu Menschen aufzubauen und diese auch zu pflegen.

"Wenn sich dann so ein 350 Kilo Schwein in Begeisterung vor einem auf die Erde wirft zum Bauchkraulen, ist das was ganz anderes, als wenn ich nur ein normaler "Konsument" bin."
Silke Arnold, Verein "Schweinefreunde 1999"

Wie also können wir trotz dieser Emotionen in der Lage sein, diese schlauen und gefühlvollen Tiere zu töten?

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