Es muss nicht alles Sonnenbrand sein, was danach aussieht. Ähnliche Symptome treten bei stark lichtempfindlicher Haut auf. Lichtempfindlichkeit kann durch bestimmte Medikamente verstärkt werden. Notfallarzt Johannes Wimmer erklärt die Ursachen.

Ein Sonnenbrand bildet sich in Etappen: Erst wird die Haut rötlich, dann noch ein bisschen mehr und bei ganz Unvorsichtigen pellt sie sich am Ende auch, sagt Notfallmediziner Johannes Wimmer. Wer aber plötzlich Rötungen bekommt, Ausschläge oder Blasen, der sollte das untersuchen lassen. Aber nicht alles, was nach Sonnenbrand aussieht, ist tatsächlich auch einer. Manchmal ist es eine allergische Überreaktion oder die Haut ist extrem lichtempfindlich. Manche Inhaltsstoffe in Kosmetika oder Medikamenten können eine stärkere Lichtempfindlichkeit verursachen oder hervorrufen, hat eine Studie des Fraunhofer-Instituts gezeigt.

Doktor Johannes Wimmer auf Stipvisite bei DRadio Wissen

"Bei der sogenannten Überreaktion der Haut oder Lichtallergie ist es so, dass sich richtig schnell große Probleme bilden. Die Haut fängt an, Hubbel zu bilden, es gibt Quaddeln, es gibt Ausschläge, es gibt Schuppungen. Das ist viel stärker als ein normaler Sonnenbrand."

Viele Bindemittel, Öle oder Ölersatzstoffe, die die Haut lichtempfindlicher machen, sind inzwischen verboten. Bei den Cremes und Ölen sind oft sogar die günstigeren Präparate die besseren. "Ein Riesenproblem - und das unterschätzen viele - sind zum Beispiel Medikamente: Antibiotika, Antidepressiva, Herzmedikamente und Blutfettsenker und viele andere. Da ist das Problem, dass der Körper das Medikament überall in sich trägt, also auch an der Haut."

"In einem Gebiet, wo du eh allergisch auf Dinge reagierst - zum Beispiel auf Pollen - ist das Risiko höher. Wenn du dich an einem Strand sonnst, der in der Nähe einer viel befahrenen Straße liegt, kann es sein, dass die Pollen und die Dieselpartikel sich gemeinsam auf deine Haut setzen. Dann kann es richtig rundgehen."

Eigentlich ist es der Job des Arztes über solche Nebenwirkungen aufzuklären. Notfallmediziner Johannes Wimmer empfiehlt, den Namen des Medikamentes gemeinsam mit den Stichworten "Sonne" und "Hautreaktion" zu googeln, den Beipackzettel zu lesen und den Apotheker oder Arzt zu befragen, um sich vor Hautkrankheiten und Verletzungen zu schützen.

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