Gerade mal vier Wochen ist es her, dass die neue Audio-Chat-App Clubhouse bei uns einen Hype ausgelöst hat. Das konnten die Social-Media-Giganten Facebook und Twitter nicht auf sich sitzen lassen und planen schon Konkurrenz-Produkte.

Als Twitter im Sommer 2020 seine Idee von "Audio-Tweets" gelauncht hatte, da hat das nicht sonderlich viele Menschen interessiert. Draußen war Sommer und man konnte endlich raus und das Leben genießen. Jetzt, wo es wieder kalt ist und der Lockdown nicht zu enden scheint, sehnen sich viele danach, einfach mal wieder in Gemeinschaft zu plaudern und sich austauschen zu können.

Vermutlich auch deshalb ist die Clubhouse App vor ein paar Wochen in Deutschland so schnell zu einem Hype geworden. Wer eine Einladung von anderen Userinnen oder Usern der App erhalten hatte, konnte sich in beliebig viele Diskussionen zu den unterschiedlichsten Themen einklinken und teilweise auch mitdiskutieren – und das ganz unfrisiert und egal an welchem Ort.

"Clubhouse war ein super Weg, mal halbwegs aus der Lockdown-Isolation rauszukommen und live an einem wichtigen - oder pseudowichtigen - Event teilzunehmen."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Beim Erfolgskonzept von Live-Audio-Events wollen natürlich auch Facebook und Twitter einsteigen und planen oder testen bereits ähnliche Produkte.

Audio killed the Videostar

Die New York Times berichtet beispielsweise, das Facebook gerade dabei ist, ein "audio chat product" zu entwickeln. Die Infos hat die Zeitung allerdings von zwei Facebook-Mitarbeitern, eine offizielle Ankündigung von Facebook gibt es dazu noch nicht. Doch verwunderlich wäre es nicht, denn CEO Mark Zuckerberg setzt sich gerne auf Trends wie das Kopieren der Storyfunktion von Snapchat zeigt, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Grit Eggerichs.

Und auch Twitter startet einen neuen Versuch mit der Twitterfunktion "Spaces", die bereits in der Beta-Version getestet wird. Dabei sollen Twitter-Userinnen und -User einen Audiospace eröffnen können und Leute entweder per Nachricht persönlich oder per öffentlichem Tweet einladen können.

"Auch Twitter macht bei dem Audio-Hype mit. Und die sind da schon weiter. Die Twitterfunktion 'Spaces' wird als Beta-Version gerade getestet."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bessere Diskussionskultur

Anders als bei Clubhouse soll es bei dem Twitter-Tool für die Moderatorinnen und Moderatoren der Diskussionen mehr Möglichkeiten geben, eingreifen zu können oder Teilnehmende zu blockieren. Denn das ist einer der großen Kritikpunkte bei Clubhouse.

Dort können auch Hassbotschaften oder verfassungsfeindliche Aussagen getätigt werden und das meist ohne große Konsequenzen, denn bei Clubhouse dürfen die Gespräche nicht mitgeschnitten werden. Wie genau das bei den Twitter-Audio-Spaces geregelt werden soll, weiß der Twitter-Produktchef Kayvon Beykpour noch nicht.

"Anders als bei Clubhouse gibt es für die Moderatorin, den Moderator mehr Möglichkeiten, in die Diskussion einzugreifen oder auch Teilnehmende zu blocken."
Grit Eggerichs, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Twitter und Facebook sind nicht die einzigen, die an Audio-Tools arbeiten. Beispielsweise hat kürzlich der US-Unternehmer Mark Cuban bekannt gegeben, die Live-Audio-App "Fireside" zu planen, in der Fans mit ihren Lieblings-Podcast-Hosts live chatten können. Die Gespräche sollen aufgezeichnet werden und danach als Podcasts verfügbar sein.