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Gretas Bahnfahrt erhält mehr Platz in den Medien als die Ergebnisse der Weltklimakonferenz. Medien springen über jedes Trump-Stöckchen, und zwischen den Jahren sorgte die "Umweltsau" des WDR für Schlagzeilen. Der mediale Jahresrück- und Ausblick mit dem Publizisten Hajo Schumacher.

In dieser Woche ist der Publizist Hajo Schumacher zu Gast in unserem Medienmagazin und blickt zusammen mit Daniel Fiene und Herrn Pähler auf das Medienjahr 2019 zurück und wünschen sich für 2020 weniger Hyperhysterisierung in der täglichen Berichterstattung. Denn woher kommt es, dass inzwischen jeder Vierte Nachrichten in Deutschland aktiv meidet?

Trump ist ständiger Alarm das neue Normal. Jeder Tag hat seinen neuen Skandal, wie eine einzelne Episode einer Serie. Viele Medien machen begeistert mit, auch wenn Trump-Tweets in der Regel keine echte Nachrichten bieten.

"Wir erleben bei Boris Johnson als auch bei Donald Trump eine gewisse Verwahrlosung des politischen Journalismus. Letztendlich beschreiben wir Medien immer nur ästhetische Geschichten."
Hajo Schumacher, Publizist

Das führt auch dazu, dass Medien Gretas Bahnfahrt mehr Platz einräumen als den tatsächlich übersichtlichen Ergebnissen der Weltklimakonferenz.

"Bei Relotius fand ich den Journalismus nach dramaturgischen Regeln besonders problematisch. Du brauchst immer den Guten, immer den Bösen, immer den Höhepunkt und den Wendepunkt. Wir drängeln uns die Wirklichkeit häufig in hollywoodeske Kategorien zusammen. Das ist etwas, was Boris Jonsson und Donald Trump besonders gut kapiert haben: politisches Storytelling."
Hajo Schumacher