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Identität hängt für viele von uns auch mit unserem Geburtsort, dem Heimatland unserer Eltern und mit unserer Nationalität zusammen. Warum die Beziehung zu unserer Herkunft etwas sehr Intimes ist und wie sie unsere Identität prägt, darüber sprechen wir in dieser Folge der Ab21.

"Die Staatenlosigkeit ist für mich ein Teil meiner Identität, aber ich sehe sie nicht als den Kern meiner Identität."
Christiana Bukalo über ihre Staatenlosigkeit

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schätzt, dass es in Deutschland rund 26.000 Menschen gibt, die staatenlos sind und somit keine Staatsangehörigkeit haben. Christiana ist eine von ihnen. Sie selbst ist zwar in München geboren, aber über ihre Eltern, die vor ihrer Geburt aus Westafrika geflohen sind, sind "unzureichende Infos über die Identität vorhanden", erklärt sie.

Identität kann mit Scham verbunden sein

Lange Zeit hat sie aufgrund ihrer Staatenlosigkeit Scham empfunden, erzählt Christiana. Durch eine gescheiterte Einreise für einen geplanten Urlaub in Marokko änderte sich dann alles. Diese Erfahrung trug auch dazu bei, dass Christiana die Plattform statefree.world gründete. Denn für staatenlose Menschen sei es schwer, an Informationen zu kommen oder sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

"Mit Aussagen wie 'Ich bin Russin' oder 'Ich bin Deutsche' kann ich nichts anfangen."
Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anastasija Roon über ihre Herkunft

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anastasija Roon wurde in Russland geboren, ist in Deutschland aufgewachsen und identifiziert sich mit beiden Ländern. Für sie selbst sei ihre Herkunft in ihrem Alltag aber nicht so sehr ein Thema wie für andere Menschen – dennoch ist ihre russische Identität etwas, dem dem sie seit einem Familienbesuch vor einigen Jahren noch weiter nachgehen will, sagt Anastasija.

Mehr Orientierung:

Wissenswertes zu Staatenlosigkeit:

  • Nationalität, Staatsangehörigkeit, Staatszugehörigkeit oder Staatsbürgerschaft – diese Begriffe werden synonym verwendet und beschreiben die Rechtsbeziehung zwischen einem Menschen und einem Staat und dessen Gesetzen. Mit der Benennung gehen unter anderem politische, wirtschaftliche oder soziale Rechte und Pflichten für beide Seiten einher.
  • Menschen, die keinen rechtlichen Bund mit einem Staat haben, gelten nach Artikel 1, Übereinkommen über die Rechtsstellung der Staatenlosen als staatenlos. Sie haben dann auch keinen Pass und sind in vielen Bereichen des Lebens eingeschränkt.
  • Menschen können aufgrund unterschiedlichster Gründe staatenlos werden. Dabei kann es sich um staatliche, politische, rechtliche, technische oder administrative Maßnahmen oder Versäumnisse handeln.
  • Laut Artikel 15 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen hat jeder Mensch das Recht auf eine Staatsangehörigkeit. Dennoch sorgen unter anderem Flucht oder Vertreibung direkt oder indirekt dafür, dass Menschen staatenlos werden.
  • Da viele Regierungen keine genauen Zählungen von Betroffenen durchführen, lässt sich eine Gesamtzahl von Staatenlosen nur schätzen. Ende 2019 ging das
    UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR weltweit von rund 4,16 Millionen Menschen ohne Staatsangehörigkeit aus. In Deutschland leben laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund 26.000 staatenlose Menschen, hinzu kommen rund 87.000 Personen, deren Staatsangehörigkeit ungeklärt ist.

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