Der Internationale Währungsfond wird 70. Spätestens jetzt ist es Zeit, ihn zu reformieren, findet Jürgen Kaiser vom Blog "erlassjahr.de".

Der Internationale Währungsfond (IWF) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet - als Sonderorganisation der Vereinten Nationen. 188 Länder gehören dem IWF heute an. Der soll international für eine stabile Wirtschaft sorgen und vergibt dafür Kredite an Länder, die in Finanznot sind.

Der IWF diktiert die Konditionen

Das Problem sind die Bedingungen für die Kreditvergabe, findet Jürgen Kaiser von "erlassjahr.de - Entwicklung braucht Entschuldung", dem größten entwicklungspolitischen Bündnis verschiedener Organisationen in Deutschland. Zu diesen Bedingungen gehören zum Beispiel Liberalisierung und Privatisierung der Märkte. "Länder, die einen Kredit aufnehmen, sind gezwungen dieses politische Leitbild mit zu übernehmen", sagt Kaiser.

"Die Stimmverteilung innerhalb des IWF hat mit der wirtschaftlichen Realität nichts mehr zu tun."
Jürgen Kaiser vom Bündnis "Entwicklung braucht Entschuldung"

Verzichten auf den IWF will Kaiser nicht. Aber es braucht eben Reformen, auch die Stimmverteilung betreffend. Innerhalb des IWF haben die westlichen Industrieländer die Stimmenmehrheit. Belgien zum Beispiel hat mehr Stimmrechte als China. Die USA haben mit 17 Prozent der Stimmen faktisch ein Vetorecht. Denn will man die Statuten verändern, braucht es 85 Prozent der Stimmen.

Gerade von den Schwellen- und Entwicklungsländern gebe es gute Ansätze zur Reform, sagt Kaiser. Doch die großen westlichen Industrieländer hätten immer wieder sinnvolle Reformen verhindert. Die Stimmverteilung innerhalb des IWF soll nun geändert werden. Es soll zumindest ein bisschen gerechter werden.