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Isis rumpeln durch den Irak und der Gewinner ist: Baschar al-Assad, der syrische Diktator. Assad sagt zwar, dass er gegen "internationale Terroristen" vorgehe - aber "der Kampf gegen Isis wird von ihm eher rhetorisch geführt." Stattdessen geht der syrische Bürgerkrieg weiter.

Gerade haben die islamistischen Isis-Kämpfer ein Kalifat im Nordirak und in Teilen Syriens ausgerufen. Medien berichten von Hinrichtungen in den von Isis eroberten Gebieten und der US-Präsident warnt vor europäischen "Dschihad-Touristen".

"Isis stört Assad nicht so sehr"

Die dramatische Lage im Irak nutzt nicht nur Isis, sondern auch dem syrischen Diktator Baschar al-Assad. Denn der kann sich nun als Bündnispartner im Kampf gegen Isis und den internationalen Terrorismus darstellen. Denn so rechtfertigt er seit 2011 den Bürgerkrieg, den er gegen die Opposition im eigenen Land führt. "Isis kommt Assad als Schreckgespenst ganz willkommen", erklärt Bente Scheller von der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut.

"Baschar al-Assad ist nicht unsere Speerspitze im Kampf gegen den Isis-Terrorismus."

Bis auf einen Luftangriff auf Isis im Irak und einen in Syrien habe sich Assad bisher nicht als Kämpfer gegen Isis hervorgetan. "Assad nutzt die Situation für seine Zwecke aus, aber gegen Isis geht er nicht wirklich vor", sagt Bente Scheller. "Der Kampf gegen Isis wird von ihm eher rhetorisch geführt." Und auch Isis kümmere sich weitgehend nicht um den Kampf gegen Assad - "Isis kämpft im Wesentlichen gegen andere Rebellen, die haben keine Regimegebiete angegriffen. Ihre Gebiete in Syrien haben sie von anderen Rebellen übernommen."

Verliert Assad schiitische Unterstützer?

Allerdings, so Scheller, wenn nun schiitische Unterstützer Assads wie die libanesische Hisbollah oder der Iran zukünftig im Irak gegen Isis vorgehen würden - dann würde Assad im syrischen Bürgerkrieg wichtige Unterstützer verlieren.