In Tel Aviv ist die Start-up-Dichte höher als im Silicon Valley. Durch die Erfolge der Start-ups, steigen die Lebenshaltungskosten in der Stadt, was für viele nachteilig ist. 

Wir haben jeden Tag mit Erfindungen israelischer Startups zu tun: Der USB-Stick ist eine Innovation aus Israel, genauso die Gesichtserkennungs-Software im neusten iPhone-Modell oder die Software, die die Autocomplete-Funktion in der Google-Suche steuert.

"We are a tiny country with no resources and a bad neighbourhood. We had to deal with that, we had to innovate."
Saul Singer, Autor des Buches "Start-up Nation"

Saul Singer, der Autor des Beststellers "Start-up Nation", glaubt , dass die große Zahl an Gründer in Israel damit zu zusammenhängt, dass es ein kleines Land ist und zugleich auch ein Einwanderungsland. In diesem Land leben viele Migranten, die jung und risikofreudig sind. Die nicht viel zu verlieren haben und sich gleichzeitig eine Existenz aufbauen wollen. 

Kreditprogramm nach Wirtschaftskrise

Zudem litt das Israel in den 1980er-Jahren an einer schweren Wirtschaftskrise. Um den Menschen einen Neustart und die Gründung einer Firma zu erleichtern, etablierte die Regierung ein spezielles Kreditprogramm. Ging ein Startup Pleite, übernahm der Staat einen Teil der Kosten.

"The military is the place, where young people become very mission oriented, because that is what happens there - they keep throwing challenges at you."
Saul Singer, Autor des Buches "Start-up Nation"

Auch das Militär fördert das Unternehmertum und die Risikofreude der Israelis. Es gibt Hackathons - die Rekruten müssen innerhalb einer begrenzten Zeit Software-Lösungen für bestimmte Probleme entwickeln -, bei denen die Soldaten lernen, scheinbar unlösbare Aufgaben zu lösen. Die Mitglieder der Armee müssen somit in einem jungen Alter große Verantwortung übernehmen. Verhältnismäßig viele ehemalige Soldaten gründen ein Tech-Startup, nachdem sie aus dem Militärdienst ausgeschieden sind.

"Der gesamte Hightech-Sektor mit seinen Dienstleistungen und der Industrie steht nur für acht Prozent der israelischen Arbeitskraft. Diese acht Prozent verdienen mehr als die anderen Israelis. Und diejenigen, die sich besonders bereichern, das sind die Start-ups."
Shlomo Swirski, Soziologe

Die Startup-Szene bringt aber auch Problem mit sich: Die Gentrifizierung nimmt zu, die Mieten steigen und auch die Lebenshaltungskosten werden immer höher. Die Startup-Szene ist klein und begrenzt - manche Gruppen sind kaum in ihr anzutreffen: dazu zählen israelische Araber, ultra-orthodoxe Juden und Frauen. Dabei sind in der israelischen Wirtschaft eigentlich viele Frauen tätig.

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