Die ISS hat einen Schaden, aber die Astronauten schlafen weiter. Nach dem Aufstehen hat Alexander Gerst dann seinen Finger auf das Loch gedrückt. Jetzt soll Klebeband helfen.

Durch einen kleinen Riss ist Luft aus der Internationalen Raumstation ISS entwichen. Das teilte Dmitri Rogosin mit, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Die Besatzung der ISS ist nicht in Gefahr.

Druckabfall auf der ISS

Den Beobachtern der Mission in den Kontrollstationen auf der Erde in der Nacht ein Druckabfall gemeldet wurde. Die Bodenmannschaften entschieden, die Astronauten nicht aus dem Schlaf zu reißen. Die Reparatur hatte nach dem Aufwachen dann allerdings höchste Priorität. Dafür wurden die Versuchspläne für den Tag unterbrochen.

Alexander Gerst hat das Loch als Erster an Bord entdeckt. Zuerst hat er die simpelste Reparatur-Methode versucht: Finger drauf halten - so lange, bis das Klebeband zum Einsatz kam.

"Das Loch geht nicht direkt raus ins All. Ein eher komplexerer Schaden, der dann zunächst mit einem Klebeband geflickt wurde."
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Dmitri Rogosin hatte am 30. August gemeldet, dass die Astronauten einen Mikroriss an einer an der ISS angedockten Sojus-Kapsel festgestellt haben. Mit dieser Kapsel können drei Astronauten zur Erde zurück fliegen - ein ernster Schaden daran wäre insofern kritisch.

Streit über die Reparatur

Ursache für das Loch ist wahrscheinlich der Einschlag eines Mikrometeoriten auf der Oberfläche der Kapsel. Darüber wie das Leck endgültig geflickt werden soll, besteht zwischen der russischen Raumfahrtbehörde, der Nasa in Houston und der ISS Uneinigkeit. Ein Außeneinsatz ist dafür jedenfalls nicht notwendig.

"Es besteht jederzeit die Möglichkeit, dass ein Mikro-Meteorit oder ein Stück Weltraumschrott die ISS trifft."
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Auf der ISS befinden sich derzeit sechs Astronauten - drei aus den USA, zwei aus Russland und Alexander Gerst. Der Raumfahrer hatte am 8. Juni seinen zweiten Langzeitaufenthalt auf der ISS angetreten.

"Die Kosmonauten und Astronauten können im Moment sicher sein. Denn der Luftvorrat reicht für drei Wochen."
Michael Büker, Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist

Ein Bild von der beschädigten Stelle an der Sojus-Kapsel gibt es momentan nicht. Unser Bild zeigt Alexander Gerst auf der ISS, während des Spiels Deutschland gegen Mexiko am 17. Juni 2018.

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