Für vor allem junge Menschen sind Bilder Kommunikation und so flüchtig wie Sätze. Eine Herausforderung für Medien, die Snapchat-Nutzer umgarnen. Das und mehr in "Eine Stunde Was mit Medien".

Fotos spielen in den Apps Instagram und Snapchat eine zentrale Rolle. Allerdings wird an beiden Apps deutlich, wie sich das Konzept "Bild" innerhalb der jungen Generation wandelt.

  • Wer noch in den 80ern groß geworden ist, hat einen Bezug zum Foto als Erinnerungsmoment. Ganz früher waren Fotos eine knappe Ware. Heute können sie zwar inflationär genutzt werden, aber noch immer werden vergangene Momente festgehalten. Die Nutzung der Foto-App Instagram zeigt dies. Profile der Nutzer vermitteln den Eindruck, dass diese sich ein Portfolio des eigenen Lebens angelegt haben.
  • Dem jüngeren Teil der Millennials waren Fotos nie ein knappes Gut. Sie nutzen Fotos nicht hauptsächlich zum Festhalten von Erinnerungen, sondern zur Kommunikation. Somit sind Fotos für sie so flüchtig wie Chats oder gesprochene Sätze.

Was heißt dieser Zwiespalt für Medien-Angebote, die auf beiden Apps - Instagram und Snapchat - präsent sein wollen? Während das Foto-Konzept auf Instagram dem Konzept von journalistischen Bildern aus gedruckten oder Online-Angeboten ähnelt, sind neue Ideen für Snapchat gefragt.

Wie funktionieren Medien auf Snapchat? Zu diesem Thema bekommen Daniel Fiene und Herr Pähler Besuch von Manuel Lorenz. Er pflegt den Snapchat-Account der Bild-Zeitung. Unter "hellobild" sind seine Snaps zu finden. Was er in den letzten Monaten als Medienmacher auf Snapchat gelernt hat, verrät er in dieser Sendung.

Außerdem…

Nach dem Zugunglück in Bad Aibling gab es Kritik für die Tagesschau, weil der Teil eines Augenzeugenvideos aus dem Zug gezeigt wurde. ARD-Aktuell-Chef Kai Gniffke bloggte als Begründung, es handele sich um einen "Kompromiss, der dem journalistischen Informationsauftrag ebenso gerecht wird, wie dem Respekt gegenüber den Opfern - und den Zuschauern". Andere Medienmacher haben diese Entscheidung kritisiert. Doch ist die Zurückhaltung von Medien noch zeitgemäß, wenn Nutzervideos auf Youtube für die Leser nur einen Klick entfernt sind? Ein Pro und Contra.

Realsatire.de will ein neues Satire-Angebot im Netz starten. Dazu läuft derzeit eine Crowdfunding-Kampagne. Warum Deutschland neben dem Postillon noch eine Satire-Webseite braucht, verraten die Macher.

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