Laura Vargas Koch hat in Rio eine Medaille für die deutschen Judoka gewonnen. Bei ihrem Besuch in unserem DRadio-Wissen-Studio hat die 26-Jährige erzählt, wie die Olympischen Spiele für sie waren, worüber sie ihre Doktorarbeit schreibt und wie lange sie noch Profisportlerin sein will.

Seit zehn Tagen ist Judoka Laura Vargas Koch zurück aus Brasilien. Im Gepäck hatte sie ein bronzene Medaille - die einzige für das deutsche Judoteam bei den Olympischen Spielen. "Beim Judo entscheidet sich vieles innerhalb von Sekunden", erzählt sie im Interview. "Und das Ergebnis, das wir jetzt bei Olympia hatten, zeigt nicht, wie gut die Mannschaft eigentlich ist."

Wie gut die 26-Jährige ist, hat sie im Halbfinale in einem anstrengenden Kampf gegen die Spanierin Maria Bernabeu gezeigt. Die anschließende Siegerehrung war einer ihrer ganz besonderen Olympia-Momente.

Emotionale Siegerehrung

"Als dann die Hymne von der Japanerin gespielt wurde und man so ein bisschen realisiert hat, wo man gerade steht und was man geschafft hat, da war ich echt emotional und hab auch ein bisschen geweint."
Judoka Laura Vargas Koch über die Siegerehrung bei Olympia

Laura ist aber nicht nur Profi-Judoka, sie promoviert auch gerade in Mathematik. Für sie ist das ein guter Ausgleich zum Sport. "Ich finde es wichtig, dass man nicht sein ganzes Leben über Judo definiert und dass man sich vom Kopf her auch noch mit anderen Sachen beschäftigen kann." Ihre Doktorarbeit schreibt sie übrigens über die "Algorithmische Spieltheorie".

"Ich finds cool, dass ich noch einen anderen Bereich hab, wo ich Leute treffe, für die ich nicht in erster Linie Judoka bin."
Laura Vargas Koch

Bis zu den kommenden Olympischen Spielen in Tokio will Laura noch weitermachen. Dann soll Schluss sein mit dem Profisport. Dank ihres Mathestudiums hat sie viele Berufsmöglichkeiten nach ihrer Sportlerkarriere. Sie interessiert sich für Selbstfahrende Autos und könnte sich vorstellen, ihr Wissen in dem Bereich einzusetzen.

Jetzt fliegt sie aber erst mal für zwei Wochen nach Peru und reist ein bisschen herum - wie eine ganze normale 26-Jährige eben.