Junge Italienerinnen und Italiener haben ein großes Problem: Es gibt zu wenige Jobs für sie, und die wenigen sind häufig Minijobs oder nur befristet. Bislang haben die Politiker das Problem der Jugendarbeitslosigkeit nicht gelöst.

Carmine räumt im Laden seines Vaters Regale ein. Er hat sich noch nie gefragt, ob es das ist, was er wirklich machen will. Aber es ist ok für ihn. Er hat einen Job - im Süden von Italien keine Selbstverständlichkeit. Hier herrscht eine Jugendarbeitslosigkeit von 40 Prozent. 

"Die Politiker haben uns ruiniert."
Carmine, wohnt in Neapel und arbeitet für seinen Vater

Studiert wird, was im Ausland gefragt ist

So resigniert wie Carmine ist Guiseppe noch lange nicht. Er studiert Jura und kann sich gut vorstellen, nach seinem Studium, so wie viele seiner Kommilitonen, ins Ausland zu gehen. In Italien sieht er für sich keine Zukunft und erzählt von einer Mitschülerin, die nur Biotechnologie als Studienfach gewählt hat, weil sie sich mit dem Abschluss gute Job-Chancen in einem anderen Land erhofft. Viele würden so entscheiden. 

"Wir sind nicht daran gewöhnt, Träume zu haben. So trist, wie wir aufwachsen, so ist auch unsere Mentalität."
Guiseppe Guadine, Jurastudent in Neapel
Guiseppe Guadine, Jurastudent in Neapel.
© Deutschlandfunk Nova Kirstin Hausen
Jurastudent Guiseppe Guadine blickt in eine ungewisse Zukunft

Hoffnung auf eine Zukunft in seiner Heimat hat Rosario La Rossa. Er ist 30 Jahre alt und seit kurzem verheiratet. Mit seiner Frau zusammen hat er eine Buchhandlung eröffnet. Die erste in einem Ort in der Peripherie von Neapel, in dem circa 40.000 Menschen wohnen. 

"Nicht unsere Eltern - wir haben uns den Laden gekauft. Wir sind Arbeiterkinder. Aber wir hoffen, wenn wir es schaffen, dass das auch anderen Mut macht."
Rosario La Rossa hat einen Buchladen eröffnet.

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