Der Verkauf von Kaffee ist ein Milliardengeschäft. Davon bekommen die Arbeiter auf den Plantagen am wenigsten ab.

Der Präsident von Honduras, Juan Orlando Hernández, hat gerade über die Lage der Kaffeebauern in seinem Land geklagt. Er rechnet vor: Für eine Tasse Kaffee, die für 3,50 Dollar verkauft wird, bekämen die Kaffeeproduzenten auf der Plantage weniger als fünf Cent. Damit verdienen die Arbeiter auf den Kaffeeplantagen am wenigsten an dem beliebten Wachmacher. Und das verstärke die Armut.

Plantagenbesitzer verdienen mehr, die Händler und Röster ebenso, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg: "Man rechnet: Fünf Prozent des Preises, den wir im Supermarkt bezahlen, geht an die Löhne der Arbeiter."

"Den größten Anteil am Kaffeepreis machen mit knapp 50 Prozent Steuern, Zölle und Frachtkosten aus."
Armin Valet, Verbraucherzentrale Hamburg

Plantagenbesitzer verdienen mehr, die Händler und Röster ebenso, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg: "Man rechnet fünf Prozent des Preises, den wir im Supermarkt bezahlen, geht an die Löhne der Arbeiter." Besser sieht das bei fair gehandeltem Kaffee aus: Von einer Packung, die ihr euch im Supermarkt kauft, gehen fast 30 Prozent an die Kaffeebauern.

"Für einen Kaffee, den man unterwegs kauft, kann man mindestens zehn zuhause trinken."
Sebastian Sonntag, Deutschlandfunk Nova

Das Geschäft mit Kaffee lohnt sich, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag: "Wenn er die westliche Welt erreicht hat, ist Kaffee mit Abstand das Getränk mit der größte Gewinnmarge, das man so verkaufen kann." Wer beim Kaffee zuhause darauf Wert legt, dass der Kaffeebauer einen fairen Teil abbekommt, kann im Supermarkt auf Fairtrade-Siegel achten.

Siegel von Fairtrade und Gepa helfen

"Das Fairtrade-Siegel ist ein sehr guter Hinweis", sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale. "Das garantiert den Bauern, dass sie so viel bekommen, dass sie davon leben können und dass es keine Kinderarbeit gibt." Und Gepa ist der größte Importeur von fair gehandelten Waren in Europa und laut Armin Valet von der Verbraucherzentrale ebenfalls empfehlenswert. 

Siegel von Fairtrade und Gepa
© imago|Science Photo Library / Collage Deutschlandfunk Nova
Das Fairtrade- und das Gepa-Siegel sind beim Kaffeekauf ein guter Hinweis, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Nicht alle Siegel helfen den Bauern

Es gibt aber auch Siegel, die auf den erste Blick ein gutes Gefühl vermitteln, für die Kaffeebauern aber nichts bringen. "Aufpassen muss man beim Siegel 'Rainforest Alliance'", so Armin Valet. Hier werde Wert auf die Umwelt gelegt, doch die Bauern bekommen nicht mehr Geld oder wenigstens Mindestlöhne. "Zum Teil steht die Organisation in der Kritik, dass die Vorgaben lasch sind und nicht so gut überprüft werden", erklärt der Verbraucherschützer.

Wer ganz sicher gehen will, der gönnt sich einen Kaffee mit Fairtrade-Siegel plus Bio-Siegel. Dann ist garantiert, dass der Kaffee auch unter Umweltaspekten nachhaltig produziert wurde, sagt Armin Valet. Allerdings: Auch der Bio-Kaffee hat eine ziemlich lausige Klimabilanz. Schließlich muss auch der einmal um die halbe Welt transportiert werden, bevor er bei uns in der Tasse landet.

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