Ein Dresscode beim Job, kann sehr nützlich sein. Einen offiziellen, der im Arbeitsvertrag steht, braucht man dafür nicht. Ein heimlicher reicht völlig aus, sagt der Psychologe Frank Berzbach.

Dresscode im Job heißt: Der Arbeitgeber entscheidet über die Kleidung seiner Mitarbeiter. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Vorschriften gelockert und lässt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern größere Freiheiten. In Badelatschen und Bananenrock wird dort nun dennoch niemand zur Arbeit kommen: Die Angestellten werden sich einfach innerhalb selbstgesetzter Bekleidungsregeln bewegen. 

"Jeder Job ist verbunden mit Kleidungsvorschriften. Man richtet sich nach Kollegen, nach dem Chef und wenn es aus dem Ruder läuft, kriegt man auch Sanktionen."
Frank Berzbach, Psychologe und Autor

Es gibt immer einen Dresscode, sagt der Psychologe und Autor Frank Berzbach. Gruppen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wären in der Regel erstaunlich ähnlich gekleidet, das lasse sich auf Fotos nachweisen.

"Es gibt häufig die Regel: Keine Jeans und keine Sneaker – schon sieht die ganze Erscheinung anders aus, wenn Sie sich daran halten."
Frank Berzbach, Psychologe und Autor

Dabei kann der Dresscode ausformuliert sein – oder eben nicht, so Frank Berzbach. Grundsätzlich seien die Regeln und Konventionen, was Kleidung betrifft in den USA wesentlich strenger als hierzulande. In den USA würden solche Regeln oft direkt im Arbeitsvertrag vereinbart. 

Regeln als Erleichterung

Unterschiede gebe es generell zwischen den Branchen. In Banken sind die Regeln traditionell eher strikt. Wenn es lockerer zugeht, gilt in manchen Betrieben die Regel: Keine Jeans und keine Sneaker. Auch das würde das Erscheinungsbild ganz erheblich verändern, findet Frank Berzbach. Die strengsten Kleidungsregeln vermutet er in Deutschland bei Banken und Versicherungen, auch wenn sie nicht unbedingt schriftlich festgehalten werden.

Umgekehrt gebe es auch Berufe in denen Anzug und Krawatte verboten seien. Er nennt soziale Berufe und die Designbranche. Frank Berzbach geht davon aus, dass Kollegen und Vorgesetzte unangemessene Kleidung kommentieren werden oder diese zu Nachteilen führt. Klare Regeln erleichtern aus seiner Sicht das Berufsleben. Man müsse sich nicht ständig mit der Frage beschäftigen under- oder overdressed im Büro aufzutauchen.

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