Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) kamen früher in Spraydosen und Kühlschränken vor. Bis klar war, dass FCKW die Ozonschicht zerstören. Heute sind sie größtenteils verboten. Warum wir wieder über FCKW sprechen: Die Substanzen sollen einen großen Anteil an der Erderwärmung haben.

Forschende haben in einer neuen Studie herausgefunden, dass neben den Treibhausgasen Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas wohl auch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) einen großen Anteil an der Erderwärmung haben, der laut Forschenden ein Drittel beiträgt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sollen FCKW über der Arktis sogar zur Hälfte für die steigenden Temperaturen verantwortlich sein.

Für ihre Untersuchung haben die Forschenden zwei Klimamodelle entwickelt, mithilfe derer sie die Entwicklung des Klimas von 1955 bis 2005 nachbilden. In dem einen Modell simulieren sie das Klima auf Basis des fixen FCKW-Werts von 1955 – und in dem anderen wird das Klima mit den historisch gestiegenen FCKW-Anteilen von 1955 bis 2005 modelliert.

FCKW - schädlicher als gedacht

Dabei hat sich gezeigt, dass sich die globale Mitteltemperatur beim fixen FCKW-Wert um 0,39 Grad erhöht. In der Simulation mit dem tatsächlichen FCKW-Anstieg ist die Temperatur um 0,59 Grad gestiegen – und das in nur 50 Jahren, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Wiebke Lehnhoff.

"Das Team kam zu dem Schluss, dass die FCKW nach dem CO2 die zweitschlimmste Sorte Treibhausgas gewesen sein müssen."
Wiebke Lehnhoff, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Diese hohen Werte kommen zustande, weil FCKW mindestens 140 mal so klimawirksam sind wie CO2 (wenn man hundert Jahre Verweildauer in der Atmosphäre betrachtet). Durch das weltweite FCKW-Verbot 2000 ist zwar weniger von den Treibhausgasen in die Atmosphäre gelangt, aber ganz verschwunden sind sie nicht.

Obwohl schon 1987 viele Staaten sich im Montrealer Protokoll dazu verpflichteten, die Herstellung der FCKW drastisch zurückzufahren. 1990 ist dazu ein internationaler Beschluss gefasst worden, dass ab 2000 FCKW weltweit verboten oder die Herstellung und Anwendung stark eingeschränkt sein soll.

In den vergangenen Jahren wurde entdeckt, dass Hersteller in China für die Herstellung von Isolierschaum eine bestimmte FCKW-Verbindung benutzen.

FCKW-Verbot war gut für die Ozonschicht und das Klima

Die Forschenden kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass das Montrealer Protokoll für die Umwelt enorm wichtig ist. Denn: Es hat dafür gesorgt, dass sich die Ozonschicht erholen kann. Außerdem werden die Klimaeffekte von FCKW durch das Verbot in der Zukunft geringer, weil der Anteil von FCKW in der Erdatmosphäre weiter sinken wird.

FCKW verantwortlich für das Ozonloch

1985 haben Forschende herausgefunden, dass in der Ozonschicht dünner wird. Verkürzt ist es als Ozonloch bezeichnet worden. Die Ozonschicht schützt vor den schädlichen UV-Strahlen. Ursache sind die FCKW, die mit dem Ozon reagieren.