Ja ist denn schon Sommer? Bis zu 27 Grad sind in dieser Maiwoche drin. Wir fangen also an zu schwitzen. Täglich duschen ist zwar nicht unbedingt nötig. Aber wenn wir bei diesen Temperaturen duschen, sollten wir das dann eher morgens oder abends tun?

Duschen gehört bei vielen zur morgendlichen Routine dazu, genauso wie Kaffee oder Tee trinken und Zähne putzen. Für andere ist das Duschen am Abend ganz normal. Sie freuen sich darauf, gut riechend ins Bett zu gehen.

Mal ganz abgesehen davon, dass wir ja gar nicht täglich duschen müssen und natürlich jede und jeder machen kann, was sie oder er will: Gibt es etwas, dass besser für uns – und unsere Haut – ist, wenn es jetzt wieder so warm ist? Sollten wir eher den Schweiß der Nacht morgens wegduschen oder eher den Schweiß des Tages am Abend?

"Wenn wir schonend duschen und nicht alles abschrubben, ist das für die Haut sowohl morgens als auch abends okay."
Yael Adler, Dermatologin

Morgens oder abends duschen ist beides okay – solange wir uns nicht wie verrückt abschrubben, sagt die Dermatologin Yael Adler.

Bei empfindlicher Haut eher abends duschen

Manche Leute hätten eine eher empfindliche Haut. Bei diesen Personen sei abends duschen gar nicht so schlecht. Der Säureschutzmantel der Haut könne sich dann nämlich besser regenerieren, weil keine enge Kleidung auf der Haut reibt. Außerdem könne die Creme, die man vielleicht aufträgt, besser einziehen.

"Wenn man gut schlafen möchte, dann ist abends warm duschen eine gute Idee."
Yael Adler, Dermatologin

Und es gibt noch einen weiteren Vorteil der abendlichen Dusche, sagt Yael Adler. Bei einer warmen abendlichen Dusche werden nämlich die Hautgefäße erweitert und geben Körperwärme ab. In der Folge entspannt sich unsere Muskulatur – und dieser Zustand hilft uns beim Schlafen.

Morgens kalt, abends warm

Während das warme Duschen abends gut ist für die Entspannung und die Absenkung der Körpertemperatur, hilft das morgendliche Duschen natürlich beim Wachwerden. Wenn man zumindest am Ende mal auf kalt dreht, fährt das Adrenalin hoch und wir werden aufmerksamer und konzentrierter, erklärt die Ärztin.

"Mit einer kalten Dusche starten wir besser in den Tag. Außerdem stärken wir unsere Abwehrkräfte."
Yael Adler, Dermatologin

Ein schöner Effekt beim Kaltduschen sei zudem, dass dadurch unser Immunsystem stimuliert wird und Immunzellen ins Blut gespült werden. Dadurch werden wir resistenter gegen Attacken durch zum Beispiel Viren.

Alles denkbar: Gar nicht, einmal, zweimal täglich duschen

Schweiß ist wasserlöslich, dafür braucht es theoretisch nicht mal Seife, sagt Yael Adler. Sie empfiehlt, immer dann zu duschen, wenn man stark geschwitzt hat. Im Sommer bzw. bei heißen Temperaturen könne das durchaus auch zweimal sein. Für die Haut sei das erträglich, wenn man sie nicht abseife, sondern nur mit Wasser dusche.

Die Leute, die nachts schwitzen, sollten sich also morgens kurz unter die Dusche stellen. Und die Leute, die sich vom Schweiß des Tages, von Sonnencreme oder Füßen mit Gartenerde befreien wollen, sollten das eher abends tun.

Kopfhaut und Haare: Wasser oder milde Tenside

Wer stark fettige Haare hat, der wäscht sich diese in der Regel morgens, sagt Yael Adler. Trotzdem müsse man sich nicht jeden Tag die Haare waschen.

Wichtig ist grundsätzlich, eine milde Waschsubstanz für die Haare zu verwenden, sagt die Dermatologin. Sie empfiehlt einen pH-Wert von ungefähr fünf, um den Säureschutzmantel zu stärken. Das sei für die Kopfhaut wichtig, damit diese nicht schuppt oder juckt. Entweder nur mit Wasser waschen oder zum Beispiel mit milden Zucker- oder Kokos-Tensiden aus dem Bioladen.