Frauen, die Tee und Kaffee trinken, sind eher bereit Sport zu machen. Das sagt eine Studie aus Australien. Sportwissenschaftlerin Christine Graf ordnet das für uns ein.

Eine Tasse Tee oder Kaffee am Tag kann nicht nur wach machen, sondern bringt auch den Körper in Schwung - das ist das Ergebnis einer Studie aus Australien. Für diese Studie haben rund 7.500 Frauen ein Jahr lang ihre Ernährung und das eigene Sportverhalten dokumentiert. 

Demnach erreichen Tee- und Kaffeetrinkerinnen sehr viel öfter das empfohlene Maß an Bewegung als Frauen ohne Koffein-Schub. Bei Tee lag die Wahrscheinlichkeit bis zu 26 Prozent höher, bei Kaffee um 17 Prozent höher.

Mehr Ausdauer mit Kaffee-Kick

"Vom Grundprinzip her ist das eine Querschnittsanalyse", sagt Sportwissenschaftlerin Christine Graf. Das heißt, diese Studie zeigt uns, dass vermutlich ein Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum um sportlicher Aktivität besteht, sagt aber noch nichts über Ursachen und Wirkung aus.

"Es ist wohl tatsächlich so, dass sich die Ausdauerleistungsfähigkeit aber auch die Leistungsfähigkeit beim Krafttraining durch Koffein bessert."
Christine Graf, Sportwissenschaftlerin

Schon andere Studien hätten auf den Zusammenhang hingewiesen, sagt Christine Graf: Koffein scheint uns leistungsfähiger zu machen. Allerdings sei der Effekt nicht ganz so dramatisch, sonst stünde Koffein sicherlich auch heute noch auf der Dopingliste.

Trotzdem: Frauen, die Kaffee und Tee getrunken hatten, fühlten sich wacher und energiegesteigerter - und müssten sich so weniger überwinden, Sport zu machen, folgern die Wissenschaftler.

Koffein lindert Schmerzen

Koffeein wirkt aber nicht nur leistungssteigernd, sondern auch schmerzlindernd. Dieser weitere Effekt scheint noch Stunden später nachweisbar, sagt Christine Graf. "Wieviel Koffein man dann aber trinken muss, daran scheiden sich die Geister. Das geht von 3 bis 8 Milligramm pro Körpergewicht."

"Koffein war mal auf der Dopingliste."
Christine Graf, Sportwissenschaftlerin

Tatsächlich stand Koffein bis 2004 auf der Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Behörde. Es spiele heute im Spitzensport aber keine Rolle, so die Sportwissenschaftlerin. Und weil es eben nicht so effektiv sei, wurde es wieder von der Dopingliste gestrichen.

Was machen wir nun aus der Studie? Christine Graf hat für uns einen Tipp: Die Turnschuhe am besten neben die Kaffeemaschine stellen und den kurzen Wach-Effekt gleich für Sport nutzen. Aber: Wenn es im Herbst so richtig grau und ungemütlich wird, dürfen wir den Kaffee oder Tee auch mal ohne Sport genießen - sagt die Expertin.

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