Menschen streiten unterschiedlich und manche vermeiden es sogar ganz. Leonie erzählt, wie sie mit einer Kurznachricht ihr Konfliktverhalten verändert hat. Wie wir auch unser Verhalten beim Streiten verändern können, erklärt Trainerin Laura Schnelle.

Manche streiten sich immer und überall mit allen – andere nur in der Familie. Dann sind da noch Menschen, die Konflikten eher aus dem Weg gehen. Leonie gehört eher zu dieser Gruppe. Sie hat in diesem Jahr das Abitur bestanden und wird bald mit dem Studium beginnen.

"Es ist so, dass ich eher nichts sage oder vielleicht auch ein bisschen das, was erwartet wird."
Leonie über ihr früheres Konfliktverhalten

Etwas hat sie an ihrem Konfliktverhalten schon geändert – ganz bewusst. Sie erzählt: Eigentlich ist sie mit einer Freundin verabredet. Die lässt sie dann aber einen halben Tag auf eine Antwort warten. Darauf weist Leonie sie dann ganz vorsichtig mit einer Textnachricht hin. Das ist nicht okay, schreibt sie in etwa.

Nervosität gehört dazu

Leonie hat sich nämlich vorgenommen, etwas anders zu machen. Das habe sie Kraft und Energie gekostet, hat sich dann aber erleichternd angefühlt, sagt sie. Sie ist erst nervös und es ist ihr unangenehm. Ihre Freundin entschuldigt sich dann unmittelbar, später dann aber fängt sie an, sich über Leonies Nachricht zu beschweren.

"Ich war stolz, dass ich meine Meinung gesagt habe."
Leonie hat ihr Konfliktverhalten geändert

Konflikte auszutragen, lässt sich Schritt für Schritt erlernen, ist Laura Schnelle überzeugt. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation. Außerdem hostet sie den Podcast "Peace, Love and Therapy" und spricht dort über Selbstliebe und Beziehungen.

Kommunikation in Konflikten

Unterschiedliche Persönlichkeiten haben unterschiedliche Streitgewohnheiten, erklärt Laura Schnelle. Was überhaupt ein Thema werden kann und wie tolerant wir bei Grenzüberschreitungen sind, ist für die Kommunikation in Konfliktsituationen entscheidend. Eine große Rolle spielt dabei gelerntes Verhalten.

"Wenn Menschen daran gewöhnt sind, dass ich die Nette bin, kann ich Step-by-step sagen: Das möchte ich ändern."
Laura Schnelle, Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation

Menschen, die grundsätzlich vor Streit zurückschrecken und damit unzufrieden sind, empfiehlt Laura sich langsam an die Konflikte heranzutasten und ihr Unwohlsein zum Ausdruck zu bringen. Wer dann bei sich bleibe und auf die eigenen Gefühle hinweise, könne nicht viel falsch machen, findet Laura Schnelle. Das funktioniere auch, wenn die Gewohnheiten eigentlich andere sind. Wegen der körperlichen Reaktionen brauche sich niemand zu sorgen: Auch, wenn das Herz zu rasen beginnt und die Hände feucht werden – alles ganz ungefährlich.

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