Wie man in Konflikt- und Krisensituationen wieder für Frieden sorgen kann, ist eine vertrackte Frage. Manchmal lassen sich militärische Eingriffe durch zivile Konfliktberatung und zivilen Friedensdienst vermeiden. Ein Vortrag von Winfried Nachtwei.

Winfried Nachtwei ist Experte für Sicherheitspolitik und Friedenssicherung. Er hat Wehrdienst geleistet, war Leutnant der Reserve und hat sich in den 1970er Jahren in der Friedensbewegung engagiert. 15 Jahre lang saß er dann für die Grünen im Bundestag, er war Fraktionssprecher für Sicherheits- und Abrüstungspolitik und kennt sich besonders in Afghanistan aus.

"Wer als ausländische Macht versucht, den Afghanen seinen eigenen Willen mit Militärgewalt aufzuzwingen, der soll sich schon mal nach seinem Friedhof umgucken."
Winfried Nachtwei, Sicherheitsexperte

Sein Vortrag ist ein Bericht aus der Praxis. Sehr anschaulich beschreibt er zum Beispiel ein persönliches Schlüsselerlebnis: 1996 steht er mit anderen Mitgliedern der Grünen am Hang von Sarajewo, hinter ihnen schießen Heckenschützen auf die Stadt, und die unangenehme Frage stellt sich, ob der Einsatz von militärischer Gewalt manchmal notwendig und verantwortbar sein kann.

"Bei allen Versuchen der internationalen Krisenbewältigung, Prävention, Nachsorge, Friedensförderung war eine Grunderfahrung: Keiner schafft es allein."
Winfried Nachtwei, Sicherheitsexperte

Nachtwei geht es um die Frage, mit welchen Mitteln sich der Einsatz von militärischer Gewalt möglichst gering halten lässt. Zwei zentrale Begriff dabei: zivile Konfliktberatung und ziviler Friedensdienst. Wie das funktionieren kann, erzählt er am Beispiel von Mazedonien und Afghanistan.

"Nie wieder! Nie wieder? Verantwortung zum Schutz vor Krieg und Massengewalt"

Winfried Nachtweis Vortrag hat den Titel "Nie wieder! Nie wieder? Verantwortung zum Schutz vor Krieg und Massengewalt". Er hat ihn am 25. Mai 2018 in Münster gehalten, auf der Tagung "Frieden. Theorien, Bilder und Strategien von der Antike bis heute". Veranstalter der Tagung war der Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster.

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