Klar, Facebook will die Welt verbessern. Das drücken sie uns jedenfalls täglich aufs Auge. Neuer Schritt des Unternehmens ist jetzt eine Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM). Facebook will dort ein neues, unabhängiges Forschungszentrum für künstliche Intelligenz unterstützen. 

Das neue Institut an der TUM soll sich vor allem um ethische Fragen bei der künstlichen Intelligenz kümmern. Es geht nicht darum, neue Anwendungen für künstliche Intelligenz zu programmieren. Das hat Facebook-Vizechefin Sheryl Sandberg dem ARD-Korrespondenten Marcus Schuler beim Interview im Firmensitz in Menlo Park versichert. 

Dabei verkündete Sandberg strahlend, dass Facebook die TU München mit umgerechnet 6,6 Millionen Euro unterstütze. Das neue Institut sei akademisch unabhängig von Facebook. Es solle kritische Fragen der künstlichen Intelligenz zu Sicherheit, Fairness und Ausgewogenheit untersuchen. 

"Künstliche Intelligenz ist so eine wichtige Technologie, da müssen wir alles richtig machen."
Sheryl Sandberg, Facebook-Vizechefin
Sheryl Sandberg am 20.01.2019 bei der DLD in München
© dpa
Sheryl Sandberg von Facebook am 20.01.2019 bei der Digital-Life-Design Konferenz in München.

Facebooks Aufgabe bei der Kooperation mit der TU München soll es sein, das Institut mit Informationen zu füttern, zum Beispiel von Anwendungen, die Facebook einsetzt. Ansonsten, so betonte Sandberg, werde Facebook sich raushalten und nur einer von mehreren Partnern sein. Es werde keinerlei Einmischung geben. Marcus Schuler glaubt sieht keinen Grund, warum diese Aussage falsch sein sollte – hauptsächlich weil die Fördersumme für einen Konzern wie Facebook vergleichsweise gering ist.

"6,6 Millionen Euro verteilt auf fünf Jahre – das ist für Facebook eher Portokasse."
Marcus Schuler, ARD-Korrespondent für das Silicon Valley

Facebook will zudem verstärkt mit dem Bundesamt für IT-Sicherheit zusammenarbeiten. Das klingt nicht nur nach einer großen Charme-Offensive, das ist es auch. Facebook hat nämlich in den vergangenen sieben Monaten in Europa rund zwei Millionen Nutzer verloren. Das Unternehmen stand 2018 im Mittelpunkt mehrerer Datenskandale, zum Beispiel der Fall rund um Cambridge Analytica. Dort wurden um die 85 Millionen Nutzerdaten einer britischen Firma zugänglich gemacht. Facebook will jetzt Vertrauen zurückgewinnen. 

Facebook buhlt um neues Vertrauen

Deshalb ist Facebook-Managerin Sheryl Sandberg nun nach Deutschland gereist, wo sie die neue Kooperation auf der Innovationskonferenz Digital-Life-Design (DLD) von Burda in München verkündete. In den kommenden Tagen trifft sie sich unter anderem mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Justizministerin Katarina Barley und der CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer.

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