Jeder Zweite von uns schaut sich beim Onlineshopping die Bewertungen an. Das ist das Ergebnis einer Bitkom-Studie. Wie oft wir dabei auf Fake-Bewertungen reinfallen, ist hingegen nicht klar. Aber es gibt Tricks, sich gegen falsche Kundenbewertungen zu schützen.

Es ist inzwischen ziemlich egal, um was es geht: neue Lautsprecher, Kleider, Lieferdienste, Urlaubsziele. Bevor wir auf den Kaufen- oder Bestellen-Knopf drücken, checken wir die Bewertungen. Wir wollen wissen: Was halten andere Userinnen und User von dem Produkt?

Das Problem: Nicht immer sind diese vermeintlich ehrlichen und authentischen Meinungen auch tatsächlich echt. "Es gibt teilweise ganze Firmen, die irgendwo im Ausland sitzen, und auf Bestellung gegen Gebühr massenweise gefälschte Bewertungen schreiben", erklärt Michael Ambros auf suedkurier.de. Er arbeitet daran, echte von falschen Kundenbewertungen zu trennen. Es gibt sogar professionell wirkende Testportale, die allerdings keine neutralen Tests durchführen.

Tipps gegen Fake-Bewertungen

Ihr könnt euch gegen Fake-Bewertungen wehren und sie erkennen:

1. Länge und Stil

"Erst mal sollte man auf die Länge und den Stil der Bewertungen gucken", rät Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer. "Wenn die mit übermäßig blumigen Adjektiven ausgeschmückt und sehr lang sind, könnte das ein Zeichen für einen Fake sein."

Echte Käuferinnen und Käufer würden bei einem Pullover zum Beispiel einfach beschreiben, wie die Qualität ist, wie die Passform gefällt und so weiter. Wenn hingegen von "überaus weicher Wolle, die sich perfekt an den Körper anschmiegt", zu lesen ist, solltet ihr eher skeptisch bleiben.

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    2. Zahl der Bewertungen

    Wenn ein Produkt erst seit wenigen Tagen auf dem Markt ist, es aber schon Tausende von positiven Bewertungen hat, solltet ihr sehr kritisch hinschauen. "Bei sehr populären Geräten wie Smartphones kann das zwar schon sein, dass da in kurzer Zeit viel an Bewertungen zusammen kommen - generell ist das aber eher die Ausnahme", sagte Anke van de Weyer.

    3. Profil der TesterInnen

    Wenn euch das Produkt sehr wichtig ist und ihr die Zeit habt, könnt ihr euch die Profile anschauen: "Wenn eine Person zum Beispiel nur positive Bewertungen abgegeben hat, die auch immer im selben Stil gehalten sind und die Person auch noch ganz viele ähnliche Dinge bewertet hat, könnte das komplette Profil ein Fake sein."

    "Generell sind für mich immer die Bewertungen in der Mitte am verlässlichsten, also weder die komplett positiven, noch die komplett negativen- die sind oft insgesamt ausgewogener."
    Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

    4. Hilfe mit Software

    Ihr müsst euch nicht allein auf euren gesunden Menschenverstand verlassen, es gibt auch Software, die Fakes aufspüren kann. Die Seite Review Meta checkt Produkte von Amazon auf Fake-Reviews. Anke van de Weyer hat sie ausprobiert: "Ich hab das mit einem Fitnesstracker ausprobiert, der ist ziemlich abgerauscht - von 4,3 auf 2,8 Sterne bei 80 Prozent Bewertungen, die potenziell Fake waren."

    Die Seite Fakespot funktioniert nach einem ganz ähnlichen Prinzip. Hier könnt ihr aber nicht nur Amazon-Bewertungen prüfen, sondern auch Berichte auf Seiten wie Trip Advisor, Yelp oder Steam. Der große Nachteil: Fakespot funktioniert nur mit Seiten, die auf .com enden.