Wir Menschen produzieren zu viel Müll - nicht nur auf der Erde, auch im Weltall, sagt Holger Krag, Experte für Weltraumschrott bei der ESA. Ein Künstler aus den Niederlanden will diesen Müll im All sichtbar machen, mit gigantischen Laserstrahlen.

Hinter dem Space Waste Lab steckt der niederländische Künstler Daan Roosegaarde. Er beschäftigt sich schon länger mit Weltraumschrott und arbeitet bei seiner Kunstaktion mit der European Space Agency (ESA) zusammen. 

Geschätzt rund 30.000 Schrott-Teile mit mehr als zehn Zentimetern Durchmesser kreisen um die Erde. Daan Roosegaarde richtet mithilfe von Echtzeit-Trackingdaten seine Laser in den Himmel - wenn sie auf Abfallstücke treffen, entstehen "Pyramiden aus Licht", sagt er.

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Doch wie groß ist das Problem des Weltraumsschrotts im All? Sollten wir Menschen uns nicht erstmal um Müll auf der Erde kümmern? Beide Probleme sind wichtig und müssen gelöst werden, sagt Holger Krag, Experte für Weltraumschrott bei der ESA. 

Alltägliche Daten aus dem All

Der Müll im All sei zwar ein Problem insbesondere für die Raumfahrt. Letztendlich würden aber auch wir Menschen alle irgendwie von der Raumfahrt abhängen. Der Müll im All beeinflusse zum Beispiel ganz konkret die Funktionalität vieler Smartphone-Apps: Navigation, Wettervorhersage, Fernsehübertragung - in der Zukunft vielleicht sogar den Internetempfang.

"Rund 40 Prozent aller Apps hängen irgendwie mit Daten aus dem Weltraum zusammen."
Holger Krag, Experte für Weltraumschrott bei der ESA

Die Infrastruktur im All ist tatsächlich in Gefahr, sagt Holger Krag. Es gehe vor allem darum, die Satelliten vor Raumfahrt-Schrottobjekten zu schützen. 

Die Satelliten sind in Gefahr 

Diese seien mit extrem hohen Geschwindigkeiten von 25.000 km/h unterwegs. Eine Kollision mit einem Satelliten hätte gravierende Folgen: Der Satellit falle aus und die entstehenden Trümmerstücke verschmutzen das All weiter und können neue Kollisionen verursachen.

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Neben diesen Trümmerstücken, die im Weltall bleiben, schießen wir Menschen auch immer neue Objekte dorthin, sagt Holger Krag. Wenn die Objekte einen eigenen Antrieb haben, können sie die Umlaufbahn verlassen und dann auch entsorgt werden. 

Das Weltall wird immer voller

Die Schrott-Objekte, die im All auf Umlaufbahnen schweben, könnten aber auch durch (ungeplanten) Energie-Einfluss ihre Position verändern: etwa durch Druck im Tank, durch aufgeladene Batterien oder durch Resttreibstoff, der sich entzündet. 

Mehr als 200 Mal habe es schon regelrechte Explosionen gegeben, berichtet Holger Krag. Dazu kommt noch das Kessler-Syndrom, das sind zufällige Kollisionen zwischen kleinen Weltraum-Müllobjekten.

"Wir produzieren einfach immer noch zu viel neuen Müll. Alle, die Raumfahrt betreiben, sind da mit Schuld."
Holger Krag, Experte für Weltraumschrott bei der ESA

Um aufzuräumen, gebe es leider immer noch keinen funktionierenden Mechanismus, so Holger Krag. Ein gutes System sei äußerst teuer. Er empfiehlt, erst mal damit aufzuhören, immer neue Objekte ins All zu schießen.

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