Neben CO2 und Methan ist Lachgas ein extrem klimaschädliches Gas. Es entsteht vor allem in der Landwirtschaft.

Die von Menschen verursachte Emission von Lachgas hat in den letzten 40 Jahren um 30 Prozent zugenommen, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin Nature. Das Problem: Lachgas ist sehr klimaschädlich – 300 mal mehr als CO2. Wegen der geringeren Mengen von Lachgas in der Atmosphäre, landet es in der Liste der klimaschädlichen Gase hinter Kohlendioxid und Methan auf Platz drei.

″Es ist schwierig das Ganze auf Null zu kriegen. Wir müssen uns ernähren, und dafür brauchen wir den Düngereinsatz.″
Almut Arneth, Wissenschaftlerin am Karlsruhe Institut für Technologie und Mitautorin der Studie

Almut Arneth, Wissenschaftlerin am Karlsruhe Institut für Technologie und Mitautorin der Studie, sagt: Alle klimaschädlichen Gase müssen untersucht und reduziert werden, wenn die Klimaziele erreicht werden sollen – auch Lachgas.

″Die aktuell beobachteten N2O-Konzentrationen in der Atmosphäre steuern auf eine globale Erwärmung von rund drei Grad zu – doppelt so viel wie nach dem Pariser Klimaabkommen beschlossen″, sagte Co-Autor Robert Jackson von der Stanford University dem Wissenschaftsmagazin Scinexx.

Effizienter düngen

Lachgas entsteht in großer Menge auf natürliche Weise, etwa wenn abgestorbenes Pflanzenmaterial im Boden zersetzt wird. Aber es ist auch von Menschen gemacht: In Industrieprozessen, bei denen stickstoffhaltige Produkte hergestellt werden, bei der Verbrennung von zum Beispiel Diesel und – hier mit Abstand am meisten – in der Landwirtschaft.

Da bei der Düngung von Äckern viel Lachgas entsteht, ist das aus Sicht von Almut Arneth der wichtigste Ansatz, um die Emission dieses Klimagases zu reduzieren: Zu richtigen Zeiten mit dem richtigen Dünger düngen. Und vor allem: Effizienter. Heute würde zu viel Dünger ausgebracht, der teilweise von den Pflanzen gar nicht aufgenommen werden kann. Dabei entsteht dann nicht nur Lachgas, der Dünger landet teilweise auch im Grundwasser.

"Die politischen Vorgaben in Europa scheinen Wirkung zu zeigen. Die Emission sind zurückgegangen."
Almut Arneth, Wissenschaftlerin am Karlsruhe Institut für Technologie und Mitautorin der Studie

Sollte die Emission von Lachgas nicht deutlich gesenkt werden können, seien beim Klimaschutz noch viel größere Anstrengungen nötig, CO2 und Methan in der Atmosphäre zu senken, berichten die Forscher.

Während der Lachgas-Ausstoß weltweit steigt, ist er in Europa in den vergangen Jahren etwas zurückgegangen. Almut Arneth vom Karlsruhe Institut für Technologie sieht darin eine Bestätigung, dass politische Steuerung und Umweltvorgaben unter anderem für die Landwirtschaft erfolgreich sein können.