Nachdem lange Zeit alle Augen auf den Mars gerichtet waren, bekommt der Mond wieder viel Aufmerksamkeit. Die begehrten Landeplätze auf dem Mond könnten in einigen Jahrzehnten deshalb alle belegt sein. Forschende fordern deshalb klare Regeln und Absprachen.

Zwar ist der Mond vom Durchmesser her ungefähr nur ein Viertel so groß wie die Erde ist und hat nur eine Oberfläche von der Größe Afrikas und Australiens zusammen – voll ist es da oben aber noch lange nicht. Allerdings sind nicht alle Plätze auf dem Mond auch dafür geeignet, Forschung zu betreiben, eine Mondstation aufzubauen oder Rohstoffe abzubauen.

Drei Forschende warnen deshalb in einer Studie davor, dass es in den kommenden Jahrzehnten auf dem Mond an bestimmten Orten sehr voll werden könnte. Sie schlagen deshalb vor, dass sich alle Beteiligten rechtzeitig absprechen und Standort für Standort klar verteilen sollten.

"Im Idealfall reden alle, die an einem bestimmten Gebiet interessiert sind, erstmal miteinander. Sonst hast du in 30 Jahren alle auf einem Knubbel hängen auf dem Mond."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die USA haben mittlerweile angekündigt, bis 2024 wieder Menschen auf den Mond zu bringen. China und Russland peilen 2030 an. Und auch Japan und Europa haben ihr Interesse am Mond bekundet. Und auch große Konzerne könnten sich hier noch einreihen.

Die Bedingungen müssen stimmen

Ein Forschungsteam aus den USA beispielsweise hat bereits die vorhandenen Mondkarten nach guten Standorten abgesucht. Denn wer auf dem Mond landen will, braucht nicht nur Licht, sondern auch idealerweise Wassereis zur Versorgung und im besten Fall noch weitere Rohstoffe.

Wer vorhat, länger auf dem Mond zu bleiben, muss auch beachten, einen geeigneten Schutz vor kosmischer Strahlung zu haben. Das geht beispielsweise am besten in Lavahöhlen, die man als Mondstationen ausbauen könnte. Doch auch davon gibt es gar nicht so viele auf dem Mond, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Klaus Jansen.

"Du brauchst Licht, du brauchst idealerweise Wassereis in der Nähe, im besten Fall sind weitere Rohstoffe vorhanden. Wenn du da länger bleiben willst, musst du dich auch gut vor der starken kosmischen Strahlung schützen."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Rechtzeitige und klare Absprachen

Aktuell gibt es keine klaren Regelungen. Der letzte Weltraumvertrag wurde vor über 50 Jahren aufgesetzt. Darin hieß es, dass alle Menschen andere Himmelskörper erforschen und nutzen dürfen, solange es dem Wohl der Menschheit dient. Einen Besitzanspruch kann demnach niemand für sich anmelden.

"Der Mond ist ein bisschen wie der Wilde Westen gerade."
Klaus Jansen, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die USA versuchen gerade mit einer neuen Vereinbarung, dem Artemis-Accord, die Regeln etwas klarer zu verfassen. Es soll beispielsweise Sicherheitszonen geben, damit sich Missionen an bestimmten Standorten nicht gegenseitig stören. Wie genau eine Sicherheitszone allerdings bestimmt werden soll, wenn mehrere Parteien daran Interesse zeigen, ist noch unklar.