Krampfadern, rote Augen, geschwollene Beine und einen Buckel: So sieht Emma aus - ein Dummy, der zeigen soll, was mit unserem Körper nach 20 Jahren Büroarbeit passieren kann. Damit es nicht soweit kommt, ein paar Tipps.

Wie wirkt sich Büroarbeit auf unsere Gesundheit aus? Um das herauszufinden, befragte das Unternehmen "Fellowes" rund 3000 Büroangestellte aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Zusammengefasst haben sie das Ergebnis im Dummy Emma, der die Folgen ungesunder Arbeitsbedingungen visualisiert. Emma hat einen Rundrücken, Krampfadern, geschwollene Beine und mehr. Das sieht nicht sehr schön aus. "Man sollte an dieser Stelle aber erwähnen, dass hinter der Befragung ein Hersteller von Büroequipment steht", sagt unsere Reporterin Krissy Mockenhaupt.

Eine Wachspuppe im Büro mit geröteten Augen und einem Buckel.
© Fellowes
Rundrücken, Krampfadern, gerötete Augen - Emma soll veranschaulichen, was ein jahrelanger Bürojob anrichten kann.

Digitalisiertere Prozesse machen faul

Natürlich müssen wir nicht alle in 20 Jahren mit Krampfadern und Buckel herumlaufen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass es unsere Generation stärker trifft als die vorherigen, ist ziemlich hoch. Durch viele digitalisierte Prozesse seien wir noch weniger in Bewegung als früher, sagt Rolf Ellegast vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

"Früher war es ja so, dass man im Büro auch andere Tätigkeiten gemacht hat. Vielleicht hat man mehr mit Papier gearbeitet, ist mal zum Kopierer gegangen. Durch die zunehmenden digitalisierten Prozesse ist der Computeranteil in der Arbeit höher geworden."
Rolf Ellegast, Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Im Schnitt säßen Büroangestellte mittlerweile fast sieben Stunden pro Arbeitstag. Diese Schäden sind auch nicht auszugleichen durch einen Feierabendspaziergang oder eine Runde Fitnessstudio. Laut Rolf Ellegast sollten wir deshalb schon während des Bürotags aktiv an unseren Körper denken. Die Haltung spiele dabei mit die größte Rolle.

Die Haltung spielt eine große Rolle

Eine gute Alternative zum Sitzen ist immer das Stehen. Das wird ja bereits in vielen Büros durch höhenverstellbare Schreibttische umgesetzt. Damit könnten schon ein paar Spätfolgen vermieden werden. Noch effektiver seien aber laut Rolf Ellegast kreativere Ansätze.

"Eine richtige Bewegungsaktivität müsste man noch zusätzlich reinbringen. Entweder arbeitsorganisatorisch oder halt durch neue Ideen, wie es diese dynamischen Arbeitsstationen sind."
Rolf Ellegast, Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Wie wäre es beispielsweise mal mit einer "Stehung" statt einer "Sitzung"? Zudem gebe es mittlerweile auch kleine, dynamische Arbeitsstationen, beispielsweise ein kleines Gerät unter dem Schreibtisch mit Pedalen, mit dem man nicht ins Schwitzen komme, das aber trotzdem das Herz-Kreislauf-System in Schwung bringe, wie Rolf Ellegast sagt.

Mini-Spaziergänge einlegen

Aber auch ganz ohne Arbeitsgeräte gibt es ein paar einfache Tricks, um immer wieder in Bewegung zu kommen. Unsere Reporterin meint:

  • Die Treppe statt des Aufzugs benutzen
  • Anstatt einer Mail einfach mal den Kollegen im Büro besuchen
  • Während eines Telefonats durch den Raum laufen
  • Einen Spaziergang in die Mittagspause einbauen
  • Eine Besprechung mit einem Spaziergang verbinden

Solche Mini-Spaziergänge einzulegen und immer mal wieder auf die Haltung zu achten, sind also gute Ansätze, damit wir in 20 Jahren nicht alle zu Emmas werden.