Laut wie ein Düsenjet und dreckig wie ein LKW: Laubsauger helfen zwar gegen Rutschgefahr, machen dafür aber Tieren und Menschen anderen Ärger. Unsere Reporterin hat sich umgehört.

Jetzt sind die Laubsauger und Laubbläser wieder unterwegs. Niemand soll auf nassen Blättern ausrutschen, so der Ansatz der meisten Kommunen. Allerdings entfernen viele das Laub komplett aus der Stadt, also auch aus Parks oder von den Baumscheiben.

Erst werden mit den Laubbläsern Haufen zusammengeblasen. Dann kommt das Auto mit dem Sauger und saugt die Haufen weg. Zurück bleibt nackte Erde. Insekten, Spinnen und Würmer und auch kleine Säugetiere, die mit dem Laubsauger weggesaugt werden, überleben das wegen der hohen Geschwindigkeit nicht, sagt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz.

"Das sind ungefähr 200 km/h. Gerade Insekten haben wenig Chancen, das zu überleben. Man zieht damit so richtig kleine Vernichtungsschneisen durch den Garten oder die Parkanlage."
Magnus Wessel, Bund für Umwelt und Naturschutz

Besser wäre es, zu Besen und Rechen zu greifen, um das Laub zur Seite zu kehren. Die bayerische Stadt Starnberg hat zum Beispiel konsequent umgestellt. Dort sind städtische Angestellte nur noch mit leisen Handgeräten unterwegs.

Blätter als Wasserspeicher und Nahrung

Grundsätzlich empfehlen Naturschützer das Laub, wo es möglich ist, liegen zu lassen. Die Laubschicht schützt den Boden auch vor dem Austrocknen und dient Regenwürmern und Organismen als Nahrung.

"Unter den Blättern sammelt sich auch Kondenswasser. Der zweite Aspekt: Alles was auf der Erde liegt, ist eigentlich Futter für das, was in der Erde lebt."
Magnus Wessel, Bund für Umwelt und Naturschutz

Gerade bei den Straßenbäumen, die ohnehin unter Wassermangel und Nährstoffknappheit leiden, wäre es wichtig, das Laub auf den Baumscheiben liegen zu lassen. In Parks ist das Laub auf unbefestigten Wegen unproblematisch. Häufig werde es aus optischen Gründen entfernt, weil es dann ordentlicher aussieht, sagt Magnus Wessel.

"Also in einem öffentlichen Park kann man das eigentlich je nach Dicke überall liegen lassen. An einigen Stellen ist das Laub einfach auch ein super Frostschutz."
Magnus Wessel, Bund für Umwelt und Naturschutz

Neben den ökologischen Aspekten ist noch wichtig, dass Lärm und Abgase der Laubbläser auch für Menschen problematisch sind. Das Umweltbundesamt rät deshalb von den Geräten ab. Darüber hinaus haben Forscher der Technischen Uni Graz vor ein paar Jahren festgestellt, dass die Laubbläser sechs- bis zehnmal so viel Feinstaub aufwirbeln wie ein Besen. In Graz sind die lauten Maschinen ganzjährig verboten.

Mehr zu Laub und Mulchen bei Deutschlandfunk Nova: