Wurmkiste

Der Komposthaufen in der Stadt

Avocadoschale, Kaffeesatz, Essensreste. Diese Küchen- und Gartenabfälle können wir nachhaltig entsorgen. Das mit dem Komposthaufen auf dem Dorf funktioniert nämlich auch in der Stadt: mit der Wurmkiste. 

Zwei Plastikbehälter vom Baumarkt, ein Deckel und Backpapier. Das hat sich Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anita Horn gekauft, um sich eine Wurmkiste zu bauen. Sie hatte nämlich keine Lust mehr, Brotreste, Obstschalen oder Teebeutel einfach nur in den Müll zu werfen. Und einen Garten für einen klassischen Komposthaufen hat sie aber auch nicht. Mit der Wurmkiste klappt das aber auch auf dem Balkon.

Bevor es losgeht mit dem DIY-Komposthaufen, schüttet Anita etwas Regenwurm-Zuchterde in beide Kisten. Dann stellt sie die eine der beiden Kisten in die andere und schüttet dann 500 Gramm Riesenrotwürmer rein, Essensreste dazu, Deckel drauf und fertig ist ihre Wurmkiste. 

Mit einer Wurmkiste können wir auch in der Stadt kompostieren

Am liebsten mögen diese Rotwürmer Bananenschalen oder sogar Avocadoschalen. Fettige Reste wie Fleisch oder Pizza vertragen sie nicht so gut. Organischer Küchenabfall ist am besten für die Würmer, sagt Marvin Langhoff. Der züchtet und verkauft zwölf Tonnen dieser Würmer pro Jahr.

"Organischer Küchenabfall ist nährstoffreich. Wo man drauf achten muss: Dass man es anfeuchtet. Dann kann es schnell schimmeln, das macht den Würmern aber nichts, die fressen das. Aber vertrocknet können sie nicht fressen."
Marvin Langhoff, Wurmzüchter

Der Riesenrotwurm in Anitas Kiste frisst pro Tag bis zur doppelten Menge seines Körpergewichts. Und aus der Wurmkacke wird Wurmhumus. Laut Umweltbundesamt hat Wurmhumus mehr Mineralstoffe als chemischer Pflanzendünger und ist reich an Phosphor, Kalzium und Magnesium. Die darin lebenden Kleinstwesen und Bakterien sind hilfreich gegen Pilzkrankheiten im Boden. 

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