Das Skelett von Lucy galt bisher als das älteste Vormenschen-Fossil. Neue Datierungsmethoden belegen: Australopithecus prometheus Little Foot soll zur gleichen Zeit gelebt haben. Forscher schließen daraus, dass es eine große Vielfalt an menschlichen Vorfahren in weiten Teilen Afrikas gegeben hat.

Die Karsthöhle Sterkfontein liegt in Südafrika, nordwestlich von Johannesburg. Sie birgt einen wahren Schatz an archäologischen Funden aus unterschiedlichen Zeiten. Daher gilt sie als Wiege der Menschheit und zählt zum Weltnaturerbe der Unesco. Dort wurde schon vor zwanzig Jahren das Skelett des Vormenschen Little Foot gefunden. Aufsehend erregend war, dass das Fossil fast vollständig erhalten war. Die Form der Fußknochen zeigt, dass der Australopithecus prometheus aufrecht gehen konnte. Verschiedene Datierungsversuche kamen zu sehr unterschiedlichen Resultaten, die zwischen zwei und vier Millionen Jahren variierten. Jetzt gibt es eine genauere Methode, die das Alter von Little Foot auf 3,7 Millionen Jahre datiert.

Neue Datierungsmethode stellt wahres Alter fest

Vielfalt unter Vormenschen größer als vermutet

Lange Zeit galt Lucy, ein Australopithecus afarensis, als das älteste erhaltene Fossil eines Vormenschen. Das lag daran, dass das Vulkangestein am Fundort eine relativ genaue Datierung ermöglichte. Sie konnte aufrecht gehen, nutzte Werkzeuge, kletterte aber auch noch auf Bäume. Allerdings werden Lucy und Little Foot sich nicht persönlich gekannt haben, da Lucys Knochen in Ostafrika, im Osten von Äthiopien gefunden wurden. Die neue Datierungsmethode zeigt aber zumindest, dass die Vielfalt unter den Vormenschen viel größer war, als bisher vermutet.

Der 3.7 Millionen Jahre alte Vormensch Little Foot und sein Entdecker Ronald Clarke