Tausende haben im vergangen Jahr in Berlin beim March for Science demonstriert. In diesem Jahr geht es zum Wissenschaftsdialog in die Kneipe. Wir haben mit der Organisatorin gesprochen.

Wie wichtig ist Wissenschaft? Wie wichtig ist Forschung, und wie wichtig sind verlässliche Fakten in einer Welt voller Propaganda und Verschwörungstheorien? So wichtig, dass jetzt schon Leute dafür auf die Straße gehen dafür. Den March for Science gibt es seit letztem Jahr. Donald Trumps Äußerungen zum Klimawandel und seine Nähe zum Rassismus haben viele Wissenschaftler mobilisiert.

Der March for Science und die Aktion Kieznerds wenden sich grundsätzlich gegen Wissenschaftsfeindlichkeit. Die Veranstalter möchten daran erinnern, dass wissenschaftliche Ergebnisse der Leugnung des Klimawandels und dem Rassismus – um nur zwei Beispiele zu nennen – grundsätzlich entgegenstehen.

Zum Leitbild des March for Science gehört, dass Wissenschaft und Forschung als Säulen von Freiheit und Wohlstand begriffen werden. 2017 waren 600 Städte weltweit dabei – tausende demonstrierten in Berlin. In Deutschland machen dieses Mal wieder über 20 Städte mit.

Wissenschaftler in der Bar

In Berlin geht es in diesem Jahr an die Tresen und auf die Barhocker: In mehr als 20 Kneipen und Cafés in der Hauptstadt wollen Forscher den Menschen ihre Arbeit vorstellen und mit ihnen diskutieren, wie die Organisatoren ankündigten.

Die über den ganzen Tag verteilten Aktionen unter dem Label Kieznerds sollen dazu beitragen, den Beitrag der Wissenschaft zum Gemeinwesen sichtbar zu machen. Eine von den ehrenamtlichen Organisatorinnen ist Susann Morgner. Wir haben mit ihr über die aktuelle Aktion gesprochen.

Dialog statt Demo

Susann meint, dass der direkte Dialog mit Wissenschaftlern und die Abwechslung den Zielen des March for Science mehr diene, als eine weitere Demonstration.

"Die Demo 2017 sollte ein Weckruf sein. Wir haben uns überlegt, einen Schritt weiterzugehen. Dazu gehört auch, neue Formen des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu suchen."
Susann Morgner, Mitorganisatorin von Kieznerds

Susann fühlt sich der weltweiten Wissenschaftscommunity gegenüber verpflichtet. Manche Probleme unserer Gegenwart ließen sich nicht lokal lösen und deswegen sei die Stärkung der globalen Wissenschaftsgemeinschaft auch im Interesse aller.

"Wir glauben, dass viele Sachen, die mit Wissenschaft zu tun haben, die unseren Alltag bestimmen, gar nicht in den Köpfen der Menschen sind."
Susann Morgner, Mitorganisatorin von Kieznerds

Susann meint, dass sich die Wissenschaftler mit einer Aktion wie Kieznerds auch Ängsten und Bedenken stellen sollte. Als Beispiele nennt sie die Themen:

  • Impfen
  • Klimafrage

Das Angebot in Berlin diene dazu, den Dialog auf Augenhöhe zu führen. So entstünde Vertrauen zwischen Bürgern und Wissenschaftlern. Die klassische Wissenschafts-PR mit langen Nächten, Science Jams und anderen Formen reiche nicht aus. Auch im Hörsaal käme ein Gefühl wie Vertrauen eher nicht auf, meint Susann. Den Wissenschaftlern, die dann in den Kiezkneipen das Gespräch suchen, hat sie gesagt, dass sie mit ihren Nachbarn ins Gespräch kommen sollen - ergebnisoffen.

"Wir müssen wahrscheinlich auch ein bisschen was ausprobieren, um festzustellen, wo kommt man am besten in den Dialog."
Susann Morgner, Mitorganisatorin von Kieznerds
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