Ob nur verschluckt, eingeatmet oder anal eingeführt: Dinge, die in Menschen stecken bleiben, können großen Ärger machen – egal wie groß und egal in welcher Altersgruppe. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Johannes Döbbelt hat die kuriosesten Fälle recherchiert.

Zwei lange Jahre steckte ein Legoteil in Sameer Anwars Nase. Dann nieste der neuseeländische Junge das Teilchen aus. Dieses glückliche Ende ganz ohne ärztliche Hilfe ist eher die Ausnahme, dass aber Gegenstände unerwünscht lange im Körper bleiben, kommt häufiger vor.

Till Dresbach ist Oberarzt an der Universitätsklinik Bonn und gibt auch Kurse dazu, was Eltern im Notfall machen können, wenn Kinder Gegenstände verschlucken oder einatmen. Mediziner haben in Kinderkörpern schon alles Mögliche gefunden: Spielzeug-Teile, Geldstücke, Murmeln, Radiergummis, Spülmaschinen-Tabs oder auch kleine Knopfbatterien.

"Bei Knopfbatterien ist das Problem, dass die sich an die Schleimhaut in der Speiseröhre anlegen können und schwere Verätzungen hervorrufen und das ganze Gewebe zerstören."
Till Dresbach, Oberarzt, Universitätsklinik Bonn

Kleine Teile, die im Magen landen, kommen oft über die Verdauung wieder raus. Wenn ein Kind nach dem Verschlucken allerdings Atemnot bekommt, sollten Umstehende Erste Hilfe leisten.

"Um einen Fremdkörper zu entfernen, sind kräftige Schläge zwischen die Schulterblätter das Mittel der Wahl. Man hält das Kind vertieft, so dass die Schwerkraft mitarbeitet, setzt die Schläge mit dem Handballen zwischen die Schulterblätter."
Till Dresbach, Oberarzt, Universitätsklinik Bonn

Auch im Körper Erwachsener tauchen immer wieder erstaunliche Dinge auf. Die Medizin-Webseite radiopaedia.org hat einige Fälle zusammengestellt. Dort werden anonymisiert Röntgenaufnahmen dokumentiert und medizinisch eingeordnet. Sexspielzeuge, die irgendwo im Darm festsitzen sind da noch vergleichsweise harmlos.

Rektale Fundstücke

Über den After werden auch Orangen, Zucchini, Eier, Zahnbürsten, Spraydosen und in einem Fall ein gefrorener Schweineschwanz eingeführt. Die Patientinnen und Patienten versuchen meist, sich sexuell mit den Gegenständen zu befriedigen. Der Kriminalbiologe Mark Benecke hat sich mit solchen Fällen befasst.

"Dann gibt es natürlich kleine Gegenstände, die auch in die harnführenden Gänge eingeführt werden. Das reicht von Drähten, was sehr häufig ist, zu Federn und vielem anderen mehr."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Urologen berichten außerdem von Pfeifenreinigern oder Rosenstengeln, die sie schon aus den Harnröhren von Männern entfernen mussten. Bei Frauen gibt es noch andere Phänomene.

"Katastrophal sind immer wieder geöffnet Flaschen. Die werden vaginal eingeführt und erzeugen beim Rausziehen einen Unterdruck, sodass die nicht mehr rausgezogen werden können."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Ein maximal kurioser aber am Ende ziemlich harmloser Fall ist der von Ron Sveden. Er hatte befürchtet, er könnte Lungenkrebs zu haben. Doch die medizinische Untersuchung förderte eine kleine Erbsenpflanze zu Tage. Vermutlich war dem Patienten die Erbse beim Essen versehentlich in die Luftröhre und dann in die Lunge geraten - wo sie keimte und wuchs. Für den 75-Jährigen ist das Ganze gut ausgegangen. Die Pflanze wurde erfolgreich entfernt.