Jedes Jahr nehmen rund 10.000 Erstsemestler ein Medizinstudium auf. Und eigentlich wollen noch viel mehr. In Nürnberg kann man nun an einer Privatuniversität Medizin studieren - nach österreichischem Recht. Die Abi-Note ist egal, aber Geld muss man haben.

Solch ein privates Studienangebot für Medizin bietet ab diesem Sommer die Nürnberg Medical School. Diese kooperiert mit den städtischen Kliniken vor Ort und der Paracelsus Medizinische Privatuniversität aus Österreich. Das heißt: Die Ausbildung findet in Deutschland statt, aber nach österreichischem Recht. Genau das ist der Trick.

Ärzteausbildung an privaten Universitäten

Die Nürnberg Medical School verspricht, dass die Ausbildung zum Arzt auch in Deutschland gültig ist. Denn die EU-Länder haben sich zugesichert, die jeweilige Ärtzteausbildung untereinander anzuerkennen. Doch ob es wirklich so einfach ist, ist noch offen. Denn bislang gibt es keine Beispiele: Bis die ersten Absolventen die Nürnberg Medical School verlassen, dauert es noch ein paar Jahre.

Für die Nürnberg Medical School braucht es keine gute Abi-Note. Man kann sofort loslegen, es gibt lediglich einen Auswahltest. Aber man braucht viel Geld: Fast 70.000 Euro kostet die Ausbildung.

"In der Medizinerszene gibt es heftige Kritik."
Armin Himmelrath, Bildungs- und Wissenschaftsjournalist

Kritik wird vor allem laut, dass es keine Kontrolle der Ausbildung gibt. Die Bundesländer, die für die Hochschulen zuständig sind, sind hier nicht zuständig, denn die Nürnberg Medical School unterliegt dem Recht Österreichs. Anders ist das zum Beispiel für die private Universität Witten-Herdecke. Auch dort kann man Medizin studieren, aber nach deutschem Recht. Deshalb unterliegt die Ausbildung dort auch deutschen Stellen.

Wie gut oder schlecht die Ausbildung in Nürnberg sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Doch erst einmal bleiben viele Bedenken.