Der Merkur wandert als kleiner Punkt vor der Sonne. Der Blick direkt hinein ist aber gefährlich. Wer jetzt also denkt: "Das schaue ich mir mal schön mit dem Fernrohr oder mit so einer Spezialbrille an", könnte ein Augenproblem bekommen.

Am 09.05.2016 könnt ihr den Merkur, den kleinsten Planeten unseres Sonnensystems, beobachten. Exakt von 13:12 Uhr bis 20:42 Uhr wandert er vor der Sonne. Allerdings ist es eine reichlich schlechte Idee, mit bloßem Auge in die Sonne zu starren und auch mit einer Spezialbrille bringt das nicht viel. "Der Merkur ist so klein vor der Sonnenscheibe, dass man keine Möglichkeit hat, ihn ohne Vergrößerung zu sehen", erklärt Monika Staesche vom Planetarium am Insulaner in Berlin

"Bitte, bitte, bitte nie mit dem Fernrohr in die Sonne schauen. Das macht ihr nur zwei Mal, ein Mal pro Auge. Das Sonnenlicht wird so gebündelt, dass 1000 Grad auf der Netzhaut entstehen."
Monika Staesche vom Planetarium am Insulaner in Berlin

Durch ein Fernrohr dürft ihr nicht gucken, damit zerstört ihr eure Augen. Und auch eine Schutzfolie vor dem Fernrohr bringt nicht viel, die sind für die Kraft der Sonne nicht dicht genug. "Man braucht wirklich eine spezielle Sonnenfilterfolie", sagt Monika Staesche. Man kann aber auch hinter das Fernrohr eine weiße Scheibe spannen. So bekommt ihr ein Bild der Sonne, auf dem ihr den Merkur erkennen könnt.

Nächste Chance im Jahr 2039

Ob sich der Aufwand lohnt, muss jeder selbst entscheiden: Ihr seht einen kleinen schwarzen Punkt, der von oben links vor der Sonne entlang wandert. Sieht eher unspektakulär aus, ein seltenes Ereignis ist das aber auf jeden Fall - erst im Jahr 2039 werden wir wieder die Chance bekommen, der kleinen Merkur vor der Sonne entdecken zu können. Da kommen Sonnen- und Mondfinsternisse deutlich häufiger vor.

Der Merkur ist ein extremer Planet, nicht nur weil er der kleinste unseren Sonnensystems ist. Er ist extrem dunkel und von Kratern übersät - ohne Atmosphäre kann alles mögliche ohne Probleme auf ihn einschlagen. "Es ist entweder sehr warm mit 450 Grad oder lausekalt auf der Nachtseite mit Minus 170 Grad", erklärt Monika Staesche. Sie selbst wird sich den Anblick auf jeden Fall nicht entgehen lassen.