Laut einer aktuellen Studie sind die Ökobilanzen von Mehrweg-Milchflaschen und Milchkartons identisch. Viele wichtiger als die Materialien sind demnach die Transportwege.

Der ökologische Fußabdruck unserer Einkäufe ist unterschiedlich. Zur Umweltbilanz speziell von Getränkeverpackungen hat das "Institut- für Energie- und Umweltforschung" in Heidelberg eine Studie durchgeführt, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Beauftragt wurde die Studie vom "Verband für Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel".

Eine Flasche Milch legt im Schnitt 1.200 Kilometer zurück

Untersucht wurden für die Studie ein Jahr lang die Wege die Verpackungen von Milch und Fruchtsaft oder Fruchtnektar insgesamt zurücklegen: Also ihre Herstellung, der Transport und ihr Recycling. Laut der aktuellen Studienergebnisse mache es mit Blick auf die Ökobilanz bei Milchverpackungen keinen Unterschied, ob diese aus Glas ist oder aus beschichtetem Karton.

"Laut der Studie ist es so, dass es keinen Unterschied macht, ob die Verpackung aus Glas ist oder aus beschichtetem Karton."
Alexandra-Christina Rank

Laut der Studie legt eine Mehrweg-Milchflasche im Schnitt mehr als 1.200 Kilometer zurück. Das ist weiter als die Strecke von Flensburg nach Salzburg. Aber auch der beschichte Milchkarton lege von der Herstellung am Anfang bis zum Recycling am Schluss viele Kilometer zurück. Hier seien es im Schnitt allerdings nur rund 450 Kilometer. Deswegen kommen beiden Verpackungssystemen in dieser Studie quasi zu einer ähnlichen Ökobilanz.

Würde es viel mehr Milch in Mehrweg-Glasflaschen geben, würden sich die Transportwege verändern, also kürzer werden, wäre die Umweltbilanz der Glasflasche eine bessere.

Saft in Plastikflaschen schnitt bei dem Vergleich ökologisch am schlechtesten ab

Denn bei der Produktion von PET-Flaschen ist der Verbrauch fossiler Rohstoffe relativ hoch. Dazu kommt, dass die Flaschen aus verschiedenen Materialien bestehen, die nach ihrer Nutzung unbrauchbar geworden sind. Die Folge: Die Flaschen werden letztlich nicht recycelt, sondern verbrannt.

Beim Vergleich zwischen Saft in Glasflaschen und beschichtetem Karton sei das Ergebnis laut der Studie nicht so eindeutig. Ähnlich wie bei Milch gibt es auch hier das Problem, dass Saft viel seltener in Glasflaschen im Handel zu kaufen ist. Zu berücksichtigen ist außerdem die Menge des enthaltenen Saftes. Denn in einem beschichteten Karton mit eineinhalb Liter Saft ist der ökologische Fußabdruck besser als bei einem Karton mit einem Liter Saft.