Das MIT und die Uni Harvard entwickeln gerade einen Test, der weitaus einfacher und schneller als die bisherigen Stäbchen-Tests funktionieren soll: eine Gesichtsmaske, die sich verfärbt, wenn die Trägerin oder der Träger das Coronavirus in sich hat.

Um herauszufinden, wer mit dem Coronavirus infiziert ist, werden meistens Stäbchen-Tests verwendet. Nachteil: Die Ergebnisse kommen oft erst nach einem bis drei Tagen. Der Test der Harvard und MIT-Forschenden soll deutlich schneller ein Ergebnis bringen: Schon nach einer bis drei Stunden verfärbt sich die Maske, wenn sie eine Infektion mit dem Coronavirus feststellt. Doch wie funktioniert das?

Verfärbung durch Biosensoren

Die Wissenschaftler haben sich in den vergangenen sechs Jahren mit Biosensoren beschäftigt. Sensoren, die das Zika- und Ebola-Virus erkennen können, sind bereits fertig entwickelt. Jetzt wurde damit begonnen, diese bereits vorhandene Technologie auf einen Test für das Coronavirus zu übertragen, schreibt der Business Insider.

"Die Wissenschaftler versuchen, Biosensoren, die einen Corona-Befall erkennen können, in eine Gesichtsmaske zu integrieren."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Wenn eine infizierte Person in die Maske hineinatmet, -hustet oder -niest, würde sie die Präsenz des Virus anzeigen, und zwar durch eine Verfärbung, durch ein fluoreszierendes Signal.

Maske könnte große Hilfe sein

Mit Hilfe einer solchen biosensorischen Maske wäre es an Flughäfen, in Geschäften oder anderen öffentlichen Orten sehr einfach und schnell möglich, Infizierte zu erkennen. Dazu ist lediglich ein kleines Gerät nötig, das ungefähr einen Dollar kostet: Das Fluorometer. Es wird in der Biologie und Medizin zur Messung der Konzentration fluoreszierender Substanzen verwendet.

Das Fluorometer würde dann an die Maske eines Kunden, Patienten oder Passagiers gehalten. Und wenn die sich unter dem Licht des Gerätes einfärbt, ist der Träger oder die Trägerin der Maske infiziert. Mit bloßem Auge ist die Verfärbung nicht erkennbar.

DNA kann Virus binden

Die Sensoren in der Maske bestehen aus genetischem Material, also aus DNA oder RNA, das das Coronavirus binden kann. Dieses Material wurde mit Hilfe eines Gefriertrockners (Lyophilizer) auf den Maskenstoff aufgetragen.

"Die Biosensoren in der Maske bestehen aus DNA oder RNA, die das Coronavirus binden können."
Martina Schulte, Deutschlandfunk-Nova-Netzreporterin

Um die Biosensoren zu aktivieren, sind zwei Dinge nötig:

  1. Feuchtigkeit: Diese entsteht durch die Speicheltröpfchen beim Atmen, Husten oder Niesen
  2. Eine winzig kleine genetische Sequenz des Coronavirus

Der - vielleicht - kleine Haken bei der Sache: Zwar erkennt das Flurometer das fluoreszierende Signal der Maske sofort. Doch bis die Biosensoren der Maske reagieren, kann es bis zu drei Stunden dauern. Das bedeutet: Wer die Maske erst aufsetzt, kurz bevor sie oder er durch die Sicherheitsschleuse am Flughafen geht bzw. ein Geschäft betritt, bei dem wird eine potentielle Infektion womöglich übersehen. Wenn der Test also reibungslos funktionieren soll, muss die Maske schon ein bis drei Stunden getragen werden, bevor er durchgeführt wird.

Biosensoren bereits erfolgreich im Einsatz

Bis der Test kommt, wird es noch dauern, die Versuche mit der Maske sind noch im Anfangsstadium. Erste Tests seien aber vielversprechend gelaufen, sagen die Forscher. Ergebnisse sollen bald präsentiert werden. Die Technologie, die die Wissenschaftler einsetzen, um das Virus aufzuspüren, funktioniert bei anderen Viren bereits tadellos: Seit 2018 können die Biosensoren der Forscher Sars-Viren, Masern, Grippe oder Hepatitis C zuverlässig erkennen.