In Lebensmittelverpackungen und Co. steckt vor allem viel Luft. Das haben Verbraucherschützer herausgefunden: mit dem Röntgengerät. Unsere Reporterin hat sich die Ergebnisse angesehen.

Nach dem Einkauf kommt manchmal die große Enttäuschung, wenn ihr die Packung aufreißt. Viele Verpackungen sind unverhältnismäßig groß. Darauf macht gerade die Verbraucherzentrale Hamburg aufmerksam. Sie hat Verpackungen geröntgt, um sichtbar zu machen, wie wenig tatsächlich drin ist.

Unsere Reporterin Verena von Keitz hat sich die Bilder angesehen und mit Armin Valet von der Verbraucherzentrale gesprochen. Er sagt, dass sehr viele Beschwerden wegen Mogelpackungen von Verbrauchern bei ihnen eingehen. Deswegen wollte der Verein das Problem sichtbar machen und genau quantifizieren. 

Fast leer: eine durchleuchtete Packung mit Spülmaschinentabs
© Verbraucherzentrale Hamburg e. V.
"Wir haben exemplarisch 14 Produkte rausgesucht und festgestellt, dass der Luftanteil bei knapp 60 Prozent liegt – in der Spitze sogar über 80 Prozent. Das ist wirklich ein Ärgernis, denn das ist Ressourcenverschwendung."
Armin Valet, Verbraucherzentrale Hamburg

Eigentlich schreibt die neue Verpackungsverordnung vor, dass Hersteller keinen unnötigen Verpackungsmüll in Umlauf bringen sollen. Laut Armin Valet gibt es keine konkreten Verbote oder Gesetze, die einen Verstoß ahnden würden. Genau das fordert aber die Verbraucherzentrale.

Bis es soweit ist helfen die folgenden Tipps: 

• Verpackungen in die Hand nehmen und fühlen wie viel drin ist
• Familien- und Großpackungen kaufen

Großpackungen sind in der Regel günstiger und eine 1-Kilo-Nudel-Packung braucht weniger Verpackung als zwei 500 Gramm Pakete. Wenn ihr doch mal an eine Mogelpackung geratet, solltet ihr euch beim Hersteller beschweren und bei einer Verbraucherzentrale.

Manchmal ist allerdings aus technischen Gründen mehr Luft in der Verpackung. Beispielsweise wenn Pulver eingefüllt wird, das sich danach verdichtet. Das gilt nicht für die ausgesuchten Luftverpackungen von Unilever, Procter & Gamble, Kellog, Unilever und Co, sagt Armin Valet. 

"Bei unseren Beispielen können wir ohne Probleme sagen, hier wird mehr Inhalt vorgetäuscht, hier wird nicht das eingehalten was die Verpackungverordnung verlangt, nämlich möglichst wenig Müll zu produzieren."
Armin Valet, Verbraucherzentrale Hamburg

Die Tüten sind also viel größer als sie sein müssten. Das ist zum, Beispiel bei Mondamin-Grießbrei, Crazy Roxx von Haribo, Crispy & Thin Oreo-Keksen, Lenor Vollwaschmittel und Finish Powerball der Fall.

Verdeckte Preiserhöhungen

Oft versuchen Hersteller unbemerkt die Menge zu verkleinern, indem sie die gleiche Verpackungsgröße beibehalten und einfach weniger einfüllen. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine umfangreiche Liste der seit 2005 gemeldeten Produkte zusammengestellt.

Sehr anschaulich wird es bei Lenor Flüssigwaschmittel, das die Verbraucherzentrale auch als Mogelpackung bezeichnet. Armin Valet hat die Materialverschwendung hochgerechnet.

"36 Luft Prozent haben wir da drin, andere Wettbewerber können die Flasche voll machen. Bei einer Million Flaschen könnte man wirklich 20 Tonnen Plastik einsparen – wenn man die Flaschen voll machen würde. "
Armin Valet, Verbraucherzentrale Hamburg

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