Eugene Cernan war der letzte Mensch auf dem Mond. Das war 1972. Donald Trump will jetzt die nächste Mondmission vorantreiben. Und zwar so schnell wie möglich. Unser Reporter Martin Krinner wollte wissen: Wie realistisch ist das eigentlich?

Es ist mal wieder so weit: Ein amerikanischer Präsident möchte zum Mond. Vor Donald Trump wollten das schon George Bush Senior und George Bush Junior. Beiden fehlte jedoch das nötige Kleingeld für den nicht ganz so günstigen Trip. Auch Wladimir Putin hatte den Wunsch, aber nicht das Kapital. Jetzt bringt also Donald Trump das Thema wieder ins Gespräch - allerdings hat er bisher ein paar wichtige Details ausgespart: unter anderem den genauen Zeitplan und das Budget.

"Diesmal werden wir nicht nur unsere Fahne platzieren und Spuren hinterlassen, wir werden die Grundlagen schaffen für eine Mission zum Mars. Und vielleicht eines Tages zu Welten darüber hinaus."
US-Präsident Donald Trump

Für den Physikprofessor und Wissenschaftsjournalisten Harald Lesch ist der Plan allerdings nicht besonders realistisch. Er erklärt, die Amerikaner hätten im Moment nicht einmal eine Rakete, um zur ISS zu fliegen - geschweige denn zum Mond: "Sie können noch nicht mal die ISS bedienen, das müssen die Russen machen. Und die Nasa ist momentan am Boden."

Die neue "Superrakete" SLS

Trump und die Nasa wollen ihren Mondflug mit der neuen Superrakete SLS machen – mit dem Space Launch System. An der Spitze dieser Rakete soll das Raumschiff Orion sitzen, eine kegelförmige Kapsel mit sechs Sitzplätzen, die so ähnlich aussieht, wie das Ding, in dem die Besatzung von "Apollo 11" zum Mond geflogen ist. Das Problem mit SLS ist: "Bis jetzt gibt es nur diese Abkürzung. Und es gibt wahrscheinlich auch Projektmanagement-Tagungen, wo dann darüber gesprochen wird. Aber bis jetzt existiert diese Rakete als Ganzes noch nicht", erklärt Harald Lesch.

"Die ist so noch nie geflogen. Der erste bemannte Flug soll 2023 sein. Aber bis jetzt haben wir noch überhaupt nichts gesehen davon. Gar nix."
Harald Lesch, Physikprofessor und Wissenschaftsjournalist

Ob Präsident Trump den Flug zum Mond noch während seiner Amtszeit erlebt, ist also sehr fraglich. Fest steht, dass es diese Pläne schon etwas länger gibt: nämlich auf dem Mond eine Art Zwischenstation für Astronauten zu bauen - für weitergehende Missionen ins All. Dort könnten sie dann einen kleinen Stopp einlegen, vielleicht das Fahrzeug wechseln oder zumindest auftanken. Denn auf dem Mond gibt es, wie wir seit ein paar Jahren wissen, Wasser.

"Es gibt offenbar Wasser an den Polen des Mondes. Wenn man das halbwegs einfach gewinnen kann, könnte das wichtiger Treibstoff sein, wenn wir tiefer ins All fliegen."
William Gerstenmaier, Nasa-Administrator

Das bedeutet jetzt nicht, dass es Seen oder Flüsse auf dem Mond gibt. Wir müssen uns das eher so vorstellen, dass es dort Eisbröckchen gibt, winzige Wassermoleküle, die sich im Gestein festgesetzt haben. 

Und dieses Wasser, so eine der gängigen Theorien, stammt aus den Tiefen des Mondes und wurde bei Vulkanausbrüchen an die Oberfläche gebracht. Deswegen ist der Wassergehalt des Gesteins auch eher klein, er beträgt ungefähr 0,1 bis 0,4 Promille. Harald Lesch ist deswegen bei dem Plan von Nasa-Administrator William Gerstenmaier eher skeptisch: "Ich glaube, wir haben noch gar keine Erfahrung, was es eigentlich bedeutet, auf einem fremden Himmelskörper, ohne Atmosphäre und unter einer ganz anderen Gravitationssituation als bei uns, mit Maschinen zu arbeiten und dann möglicherweise aus Gestein irgendwas rauszuholen."

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Sicher ist: Donald Trump müsste noch ziemlich lange Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein, wenn er es in seiner Amtszeit erleben möchte, wie der nächste Mensch zum Mond oder gar der erste Mensch zum Mars fliegt.

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