Kaffeekapseln sind böse? Ja, die aus Aluminium schon. Wissen wir ja. Aber: Unter bestimmten Umständen sind sie vielleicht nicht böser, als andere Arten der Kaffeezubereitung. Sagt unser Reporter.

Umweltschutz ist das allerwichtigste - das findet jeder fünfte Deutsche. Aber wissen wir wirklich immer, was gut und was schlecht für die Umwelt ist? Beispiel Alukapsel-Kaffee: die Aluminium-Produktion kostet viel Energie, am Ende entsteht viel Müll. Das ist schlecht, logisch. 

Wenn die Alukapsel recycelt wird, stimmt die Ökobilanz

Aber: An der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften haben Chemiker die Ökobilanz verschiedener Kaffee-Zubereitungsarten verglichen. Ihr Ergebnis: Ohne Kapsel brauchst du neun Gramm Kaffee pro Tasse, mit Kapsel nur sechs. Kapselkaffee kann portionsweise zubereitet werden, es wird nicht so viel weggeschüttet. Und: sofern die Kapseln recycelt werden, stimmt die Ökobilanz. Wohlgemerkt: Nur, wenn das Aluminium recycelt wird und nicht im Hausmüll landet.

Lieber Glas oder Dose?

Eine kleine Straßenumfrage zeigt unserem Reporter: wenn es um Konserven geht, meinen die meisten Leute, Glas sei umweltfreundlicher als Dosen. Das stimmt aber nicht. Wer an die Umwelt denkt, der sollte lieber zur Dose greifen.

"Fast alle Einwegverpackungen, die zwar ins Recycling gehen, aber nicht wiederverwendet werden, haben einen hohen ökologischen Aufwand - das heißt, einen hohen Energieverbrauch, der nur zum Teil durchs Recycling wieder hereingeholt werden kann."
Günter DeHoust, Experte für Ökobilanzierung beim Öko-Institut Berlin

Regionaler Inhalt sticht Verpackung 

Aber aufgepasst: Wenn wir von Milch reden, sieht die Sache anders aus, sagt Günter DeHoust, Experte für Ökobilanzierung beim Öko-Institut Berlin, da ist die Flasche dem Tetrapack prinzipiell vorzuziehen. Mit einer Ausnahme: Wenn der Landwirt aus der Region in Tetrapacks abfüllt, während die Flaschenmilch von weiter her kommt, dann sollten wir zum Tetrapack greifen. Milch aus der Region hat auch im Tetrapack eine bessere Ökobilanz.

Update für die Tüten-Frage

Übrigens müssen wir auch in der Tüten-Frage genau hinschauen. Landläufig gilt ja die Plastiktüte als Übel. Das stimmt aber nur dann, wenn sie nicht fachgerecht entsorgt wird, sagt Günter DeHoust.

"Die Kunststoff-Tüte ist pro Tonne weniger freundlich, wiegt aber weniger. Das gleicht sich am Ende in etwa aus."
Günter DeHoust, Experte für Ökobilanzierung beim Öko-Institut Berlin

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