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Geduld kann man üben. Zum Beispiel mit Geduldspielen wie Puzzles. Oder über Achtstamkeitstraining, Atemübungen, sich Zeit nehmen, wenn wir warten und bewusstes Beobachten. Wir haben Tipps, wie ihr eure eigene Geduld trainieren könnt.

Warten! Auf den Bus, die Freundin, den Freund, oder die bestellte Pizza. Warten ist der Klassiker, wo wir Geduld brauchen. Aber eigentlich gehören diese Situationen noch zu den einfachsten Herausforderungen, sagt Muriel Böttcher.

Die Psychologin ist spezialisiert auf Positive Psychologie, und sie bezeichnet sich selbst durchaus als geduldigen Menschen. Sie kennt Tricks, wie wir unsere Geduld trainieren und verbessern können. Das Problem: Dieses Üben braucht Geduld. Ausgerechnet.

"Wir können Geduld üben. Ironischerweise braucht das aber Geduld und Zeit."
Muriel Böttger, Psychologin

Wer tatsächlich ein wenig an seiner Geduld arbeiten möchte, kann das in seinen Alltag einbauen. Sinnvoll sei etwa ein Achtsamkeitstraining. "Achtsamkeit bedeutet, dass ich einfach mal beobachte ohne zu bewerten", sagt Muriel Böttger.

Achtsamkeit können wir mit Meditation oder mit kleinen Atemübungen lernen. Es geht aber auch noch einfacher: "Im Bus oder in der Bahn das Handy beiseitelegen, aus dem Fenster schauen und in diesem Moment präsent sein." Das würde laut Muriel Böttger helfen, Geduld aufzubauen, weil wir so viel mehr wahrnehmen könnten und aufnahmefähiger werden für das, was um uns herum so alles passiert.

"Im Bus oder in der Bahn das Handy beiseitelegen, aus dem Fenster schauen und in diesem Moment präsent sein."
Muriel Böttger, Psychologin

Geduld können wir aber auch spielerisch lernen, zum Beispiel mit Geduldsspielen. "Puzzles können dabei total helfen", sagt die Psychologin, "weil man da für einen längeren Zeitraum dran sitzt".

Besser sei es aber noch, an unseren eigenen Erwartungen zu arbeiten. "Ungeduld entsteht ja aus einer bestimmten Erwartung heraus", sagt Muriel Böttger.

Ein Beispiel: Wer zum Amt geht, weiß ziemlich genau, dass es dort wieder länger dauern dürfte – trotzdem haben wir irgendwie die Erwartung, dass es trotzdem schnell geht. Wer hingegen mit langer Wartezeit rechnet, sich dafür auch ein Buch oder so mitnimmt, wird nicht so schnell ungeduldig: "Dann werden meine Erwartungen nicht so schnell enttäuscht."

Geduld in der Corona-Pandemie

Und wie steht es mit der Corona-Pandemie, die derzeit wohl die härteste Probe für unsere Geduld ist?

In der aktuellen Situation sollten wir uns vor Augen führen, dass wir alle nicht alleine sind. Wir sind alle langsam durch und haben keine Lust mehr. "Es ist ok, dass uns das manchmal frustriert", sagt Muriel Böttger. "Aber eine Pandemie kann mal länger dauern, da müssen wir alle gemeinsam durch."