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Im Juli zerstörte das Hochwasser auch im Ahrtal Schulen. Nach den Ferien heißt das für viele Schülerinnen und Schüler: Provisorien und lange Schulwege. Es gibt aber weitere Herausforderungen.

Das Hochwasser in Rheinland-Pfalz zerstörte Wohnhäuser, Firmengebäude und eben auch Schulen – teils komplett. Manche Häuser werden zurzeit entkernt, oder abgerissen, weil sie nicht mehr zu retten sind. Betroffen von der Flutkatastrophe sind im Ahrtal in Rheinland-Pfalz 17 Schulen. Dazu gehört auch die berufsbildende Schule in Bad Neuenahr (im Foto zu sehen). Sie wurde durch das Hochwasser stark beschädigt.

Die Flut zerstörte ganze Schulen

"Alle Schülerinnen und Schüler konnten wieder starten, auch wenn es nicht immer einfach ist", sagt Anke Petermann, unsere Korrespondentin in Rheinland-Pfalz. Sie hat zum Beispiel die Grundschule in Bad Neuenahr besucht. Das zerstörte Erdgeschoss wurde rasch saniert mit einem Estrich, der schnell trocknet. Die Sanierung ist noch nicht fertig, aber immerhin kann Unterricht stattfinden.

"Dort, wo eine Turbosanierung möglich war, hat es funktioniert."
Anke Petermann, Dlf-Korrespondentin für Rheinland-Pfalz

Die Hocheifelschule Adenau wiederum hat eine komplette Schule aus Altenahr mit 200 Schülerinnen und Schülern aufgenommen, berichtet Anke. Das Gebäude war bis zum zweiten Stock überschwemmt. An anderen Schulen wurden Container aufgestellt, um Ausweichmöglichkeiten zu bieten. Doch teils konnten Container nicht geliefert werden.

Provisorien und lange Schulwege

Wenn Schulen nicht mehr nutzbar sind, bedeutet das für die Schülerinnen und Schüler lange Wege zu anderen Schulen oder Provisorien. "Die teils langen Schulwege sind ein Problem", sagt Anke.

Der Landkreis Ahrweiler als Schulträger sucht nach Lösungen, aber das ist schwierig. "Es bräuchte dafür flexible Kleinbusse und die gibt es im Moment nicht", so Anke. Auch Marion Schnitzler, Rektorin der Ahrtalschule in Altenahr sieht die langen Wege für ihre Schülerinnen und Schüler als Problem. Für manche dauert die Fahrt fast so lange wie der Unterricht.

"Vier Stunden Unterricht, drei Stunden Fahrt. Die Relation kann nicht lange Zeit bleiben."
Marion Schnitzler, Rektorin der Ahrtalschule in Altenahr

Aber viele der Schülerinnen und Schüler freuen sich dennoch, dass überhaupt Schule wieder möglich ist. Sie haben viel erlebt und sind natürlich auch psychisch belastet. "Durch all das, was durch Tod und Trauer und Zerstörung um sie herum passiert ist", sagt Anke. Manche haben das eigene Zuhause verloren. Sie leben mit der Familie bei Freunden und Bekannten. Oder sie konnten eine neue Wohnung als Übergang finden. Doch oft sind die neuen Quartiere zu eng. Es fehlt der Platz, auch zum Lernen.

"Viele Schülerinnen und Schüler sind einfach erleichtert, dass sie überhaupt wieder in die Schule gehen können. Nach Corona und nach dieser Flutkatastrophe."
Anke Petermann, Dlf-Korrespondentin für Rheinland-Pfalz

Die Schulen versuchen im Moment vor allem zu unterstützen. Leistung und Leistungsdruck stehen erstmal nicht im Fokus. Im Unterricht gibt es die Möglichkeit, über das Erlebte zu sprechen. Ebenso gibt es Hilfe von Schulpsychologinnen und -psychologen. Dennoch ist es auf Dauer wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen und ihre Abschlüsse machen können.

Insgesamt verbessert sich die Situation im Ahrtal, sagt Anke. "Es ist alles nicht mehr so wüst und zerstört. Es geht geordneter zu." Dennoch ist noch lange nichts wie vor der Flut. Dass die Beförderung weiterhin so schwierig ist, führt dazu, dass viele nicht zu ihren Jobs kommen oder lange unterwegs sind. Das bedeutet auch, dass manche wegziehen.