Seit 60 Jahren erforscht die Nasa den Weltraum. Heute weiß sie nicht ganz genau, wo es eigentlich langgehen soll. Vor allem die Politiker machen es ihr nicht leichter.

Die US-Raumfahrtbehörde war mal richtig mächtig. Das war in den 60er Jahren, als sich Amerikaner und Russen ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, wer zuerst den Weltraum erobern würde, und die Russen als erste einen Menschen ins All schickten, den Kosmonauten Juri Gagarin. Da stopften die USA gewaltige Geldsummen in die Nasa und ihre Raumfahrtprogramme. Fünf Prozent des US-Haushalts flossen in dieser Zeit in die Raumfahrt.

"We chose to go to the moon in this decade, and do the other things. Not because they are easy, but because they are hard."
US-Präsident John F. Kennedy über das wichtigste Nasa-Projekt

Heute ist es weniger als ein halbes Prozent. Doch es ist nicht das Geld, das der Nasa heute Kopfzerbrechen bereitet, und auch die Beziehungen zur Konkurrenz im All sind gut: Russland und die USA arbeiten eng zusammen, die Zusammenarbeit mit Europa funktioniert, die Beziehungen zu China sollen gestärkt werden. Trotzdem: "Es gibt einen Mangel an einer klaren Vision", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Büker.

Präsident Donald Trump hat durchaus Pläne mit dem Weltall. Das Militär etwa soll eine Space Force aufbauen, eine Weltraum-Streitmacht. "Da entsteht eine merkwürdige Konkurrenzsituation zwischen Nasa und Militär", sagt Michael Büker. "Die Nasa fragt sich sicherlich, wie es weitergehen wird."

"Was der tatsächliche Plan für die nächsten Jahre und Jahrzehnte ist, hat sich in der Nasa so oft geändert, dass man kaum noch sieht, wo vorne und wo hinten ist."
Michael Büker, Deutschlandfunk Nova

Der aktuelle Plan für die Nase ist: Auf zum Mars! Doch dieses Ziel kann sich jederzeit verändern. Die Präsidenten der vergangenen Jahrzehnte haben die Natur der Nasa-Aufträge immer wieder geändert. Mal zum Mond, dann zum Mars, dann doch wieder zum Mond. "Das ist tödlich in der Raumfahrt", sagt Michael Büker, "denn alles was man dort macht, dauert Jahre und Jahrzehnte".

Unklare Zukunftspläne der Nasa

Die wissenschaftliche Raumfahrt ist eine wahnsinnig langfristige Angelegenheit, erklärt Michael Büker. Da werde erst fünf bis zehn Jahre an einer Sonde geplant, die dann nochmal so lange unterwegs zu ihrem Bestimmungsort ist. Doch trotz der wiederkehrenden Planänderungen hat die Nasa ein paar konkrete und ambitionierte Großprojekte. Das sind die nächsten Schritte:

  1. Die neue Rakete "Space Launch System" soll in den nächsten Jahren fertig werden.
  2. Die Rakete soll das Raumschiff "Orion" ins All bringen.
  3. Die "Orion" soll Menschen in die Nähe des Mondes bringen.

In der Mars-Umlaufbahn soll eine Raumstation errichtet werden, die als Sprungbrett zum Mars genutzt werden kann.

"Dass die Nasa in der Lage wäre, Menschen so weit zu bringen, ist gar nicht so sehr zweifelhaft", sagt Michael Büker. Die Frage sei eher, ob die Politik sich so lange gedulden könne.

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