Erkältungen nerven. Sind auch noch die Nasennebenhöhlen zu, tut es häufig ganz schön weh hinter der Stirn und den Augen. Was sind eigentlich die Nasennebenhöhlen? Und warum haben wir die überhaupt?

Das Problem fängt oft schon beim Schnäuzen an, erklärt unser Hausarzt und Notfallmediziner Johannes Wimmer – vor allem, wenn wir das zu feste machen: Dann kann es passieren, dass der ganze Rotz nicht vorne aus der Nase herauskommt, sondern nach hinten, in die Nasennebenhöhlen gefeuert wird.  

"Dann hängt der ganze Schnodder da drin, und da lieben es Bakterien und Viren und machen sich so richtig schön breit."
Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Haben sich erst mal Bakterien eingenistet, wird es schwierig. Denn: "Manchmal sind diese Löcher, die die Verbindung zur Nase herstellen, sehr klein. Und wenn dann die Schleimhäute anschwellen, dann ist sofort alles dicht." Sprich: Der Schnodder hängt fest.

Das kann zu einer schmerzhaften Entzündung führen - weil der Schleim von innen drückt, sagt Johannes: "Und das haut einen dann richtig um".

Nasennebenhöhlen: Infektionen der Nase können sich dort breit machen und festsetzen.

Nebenhöhlen schützen wahrscheinlich das Gehirn

Wozu die Nasennebenhöhlen gut sind, weiß keiner so richtig, sagt der Notfallmediziner. Es gibt dazu die verschiedensten Theorien. Es bestätigt sich wohl aber immer mehr, dass sie dazu da sind, unser Gehirn zu schützen.

"Das heißt, wenn ich mir die Birne irgendwo anhaue, dann geht der Druck nicht direkt auf den Kopf, sondern wird über die Züge, die sich durch die Nasennebenhöhlen aufbauen, abgeleitet und dadurch vom Gehirn weggeführt."
Johannes Wimmer, Notfallmediziner

Bei jedem Menschen anders

Die Nebenhöhlen bilden ein überaus kompliziertes System im Kopf, selbst für Ärzte ist es schwierig, eine Entzündung genau zu lokalisieren – zumal die Nebenhöhlen nicht bei jedem Menschen gleich ausgeprägt sind. "Die sind auch so unterschiedlich, dass man fast sagen könnte, das ist eigentlich eine Art Fingerabdruck", sagt Johannes.

Die Nebenhöhlen hinter der Stirn sind die prominentesten. Auch hinter den Augen gibt es welche, aber, so Johannes: "Die, die meistens entzündet sind, liegen hinter der Nase, also ins Kopfinnere rein. Und da kommt man wirklich nicht easy-peasy ran. Das ist schon relativ kompliziert." Nicht weniger kompliziert ist es, die Nebenhöhlen bei einer Entzündung wieder auf Vordermann zu bringen:

"Es ist sozusagen ein großer Raum mit einem kleinen Klofenster. So muss man sich das ungefähr vorstellen.“
Johannes Wimmer, Notfallmediziner
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