Das Musikinstrument Theremin ist 100 Jahre alt geworden! Open-Source-Anleitungen machen es möglich, dass wir uns unser eigenes Theremin bauen. Netzbastler Moritz Metz erklärt, worauf wir beim Zusammenlöten des Bausatzes achten müssen. Das Theremin ist das einzige Instrument, das man spielt, ohne es zu berühren. Moritz Metz erzeugt Soundeffekte mit dem Theremin und spielt ein bekanntes Kinderlied darauf. Wer mitraten möchte, welches Lied er anspielt, klickt auf den Playbutton, um das ganze Gespräch mit unserem Netzbastler anzuhören.

Das Instrument wurde vor 100 Jahren in Russland erfunden. Es war der Vorläufer aller modernen Synthesizer. Sein Erfinder wurde später zwangsweise KGB-Agent und baute Wanzen. Fast nur Frauen beherrschten das Instrument wirklich virtuos. Und seine Sounds reisten bis zum Mond. Die Rede ist vom Theremin, einem der ersten und gleichzeitig eigenartigsten elektronischen Musikinstrumente.

Das Theremin ist das einzige Instrument, das man spielt, ohne es zu berühren

Das Theremin, auch Äthergeige genannt, wird einfach dirigiert, in der Luft – und spielt immer Gliassando. Gesteuert wird es über die Entfernung der Hände zu zwei Antennen. Mit Hilfe der Technik der kapazitativen Aufladung, wie sie auch in jedem Smartphone-Touchscreen steckt, erkennt das Theremin Kapazitätsunterschiede, die beispielsweise durch Annäherung von einer Hand entstehen.

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Wie man die Theremin spielt

Je näher wir die Hand zur Antenne bewegen, desto höher wird der Ton – und die andere Hand regelt die Lautstärke. Erzeugt wird der Ton im Fall des "Open Theremins" über einen Ardui Digital-Analog-Converter (DAC), in früheren Thereminen steckten vor allem Transistoren, und ganz früher: Vakuum-Röhren.

Caroline Eyck ist professionelle Theremin-Spielerin. In diesem Video zeigt sie, wie man mit einem Theremin eine Tonleiter erzeugen kann.

Die ersten Theremine waren so groß wie Reisekoffer und ganz besondere Schaustücke. Heute können wir die Instrumente dank einfacher Anleitungen im Netz selbst basteln. Mit Licht, mit dem 555-Oszilator, ganz analog oder mit Hilfe eines Bausatzes, aus der Schweiz, wie ihn unser Netzbastler Moritz Metz bestellt hat.

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Open-Source-Anleitung für Theremin

Das "Open Theremin" wurde vom Schweizer Bastler Urs Gadenz entwickelt, ist aber komplett Open Source. Man kann sich also alle Teile selbst zusammensuchen und individuell bauen - oder einfach den Bausatz bestellen, an dem nur noch wenige Lötarbeiten zu erledigen sind.

Da Moritz' Bausatz-Bestellung am Tag der Netzbasteln-Aufzeichnung noch im Zoll an der Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland feststeckt, leiht er sich einfach eines bei der Berliner Organisation Junge Tüftler. Außerdem hat er sich noch zwei Theremin-Prototypen beim Berliner Bastelkünstler Nikolas Roy, der an der Gestaltung des Open Theremins beteiligt war, besorgt.