Eine Eilmeldung auf dem Handy bedeutet selten etwas Gutes. Gerade in Corona-Zeiten werden wir mit negativen Nachrichten überhäuft. Genau dem will Journalistin Ronja von Wurmb-Seibel etwas gegensetzen. Die politische Aktivistin Kathrin Weßling hält dagegen. Sie sagt, wir leben in einer Realität, in der es hart zugeht. Damit müssen wir klarkommen.

Wenn jemand gesehen hat, was Leid bedeutet, dann ist es Ronja von Wurmb-Seibel. Angesichts dessen, worüber sie als Reporterin in Afghanistan berichtet hat, hätte sie auch verbittert und zynisch werden können. Doch Ronja hat sich gegen diese rein negative Perspektive entschieden – für sich selbst, aber auch für diejenigen, die Nachrichten konsumieren.

"In der Politik und den Medien schauen wir überwiegend darauf, was nicht klappt. Das würde man in anderen Bereichen nie machen, zum Beispiel würde man nie Kochrezepte zeigen, bei denen ein Gericht nichts wird."
Ronja von Wurmb-Seibel, Journalistin

Dafür arbeitet sie an einem Buch, in dem sie Ideen vorstellt, wie man die Entwicklung in der Welt einerseits kritisch und klar benennt und dabei trotzdem lösungsorientierte Beispiele vermittelt.

Portrait von Ronja von Wurmb-Seibel
© Niklas Schenck
Die Journalistin Ronja von Wurmb-Seibel setzt sich für mehr konstruktive Berichterstattung ein.

Eine harte Realität braucht harte Nachrichten

Kathrin Weßling ist politische Aktivistin und hält nichts von krampfhaften "good News". Wenn etwas Schlimmes in der Welt passiert, will sie das auch wissen. Um up to date zu bleiben, lässt sie sich jeden Morgen von ihrer smarten Sprachassistentin die Nachrichten vorlesen. Warum sie das nicht komplett runterzieht, erzählt sie in der Folge der Ab 21 zum Thema Nachrichtenkonsum.

"Nachrichten müssen nicht süß verpackt werden, damit alle mit ihnen klarkommen. Die Realität ist wie sie ist, und das beinhaltet auch Krieg, Sexismus und Rassismus."
Die politische Aktivistin Kathrin Weßling ist überzeugt, dass Krisen nicht schöngeredet werden dürfen.
Kathrin Weßling
© Kathrin Weßling
Als @ohkathrina ist Kathrin auf Instagram unterwegs und macht sich für Feminismus und gegen Rassismus stark

Noch mehr Infos zum Thema:

Wissenswertes zum Thema:

  • Neurowissenschaftlerin Maren Urner erklärt, warum wir uns leichter auf negative Nachrichten fokussieren: "Unser Gehirn hat erst mal einfach nur den Zweck, unseren Körper am Leben zu halten. Eine verpasste negative Nachricht konnte potenziell das Ende des Lebens bedeuten."
  • Laut dem Reuters Institute Digital News Report haben soziale Medien im Jahr 2020 für 30 Prozent der 18- bis 24-Jährigen die wichtigste Nachrichtenquelle dargestellt.
  • Die Medienforschung zeigt, dass Fakten besser behalten werden, wenn sie in eine Geschichte eingebettet werden.

Meldet euch!

Ihr könnt das Team von Ab 21 über WhatsApp erreichen.

Uns interessiert: Was beschäftigt euch? Habt ihr ein Thema, über das wir unbedingt in der Sendung und im Podcast sprechen sollen?

Schickt uns eine Sprachnachricht oder schreibt uns per 0160-91360852.

Wichtig:
Wenn ihr diese Nummer speichert und uns eine Nachricht schickt, akzeptiert ihr unsere Regeln zum Datenschutz und bei WhatsApp die Datenschutzrichtlinien von WhatsApp.