Feuer oder eine Weltkriegsbomben-Warnung – es gibt viele Gründe, die uns zwingen können, die eigene Wohnung sofort zu verlassen. Wir sagen euch, was ihr dabei haben solltet.

Viele von uns halten es möglicherweise für übertrieben, immer einen gepackten Notfallrucksack in der Ecke stehen zu haben. Aber selbst ein Gasleck oder ein Kurzschluss, der einen Brand verursacht, kann dazu führen, dass wir so schnell wie möglich unsere Wohnung verlassen müssen. Selbstverständlich hofft jeder Mensch darauf, dass dieser Fall nie eintritt.

Ausschließen kann niemand, dass er oder sie überraschend in eine Notsituation gerät, die ihn oder sie dazu veranlasst, das wichtigste zusammen zu klauben und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Wie euer Gepäck in solch einem Fall beschaffen sein sollte und was ihr mitnehmen solltet - dazu gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Tipps.

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"Wir vom Amt für Katastrophenhilfe raten schon seit Jahren zum Notfallgepäck."
Ursula Fuchs, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Ein wetterfester, wasserdichter Rucksack eignet sich am besten als Notfallgepäck. Zum einen ist es wichtig, die Hände frei zu haben, wenn wir uns in Extremsituationen befinden. Mit freien Händen ist es einfacher, ein Kind oder ein Haustier bei sich zu führen oder es zu versorgen.

Ein Rucksack eignet sich beispielsweise auch besser als ein Rollkoffer, wenn wir uns möglicherweise unwegsames Gelände durchqueren müssen.

Jeder sollte sein eigenes Notfallgepäck haben

Jedes Familienmitglied sollte einen eigenen Rucksack dabei haben. Besonders wichtig ist dabei, dass das Gepäck nicht zu schwer ist, sodass wir es, wenn es darauf ankommt, auch ein paar Stunden mit uns tragen können.

Sind Kinder dabei, sollten wir daran denken, ihnen den Familiennamen, mögliche Kontakte oder eine Adresse in einer verschließbaren Kapsel an ihrem Rucksack zu befestigen oder es ihnen an einer Kordel um den Hals zu hängen.

"Dieses Familienmitglied sollte diesen Rucksack auch tragen können über eine längere Zeit. Wer das nicht gewöhnt ist, sollte auf keinen Fall 25 Kilo reinpacken."
Ursula Fuchs, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Grundausstattung für zwei bis drei Tage

Zur grundlegenden Ausrüstung eines Notfallrucksacks gehören zum Beispiel:

  • Mindestens ein Smartphone-Ladekabel
  • Ein kleines batteriebetriebenes Radio, falls das Internet zusammenbrechen sollte
  • Eine Taschenlampe
  • Medikamente (Dauermedikation, Schmerztabletten, Desinfektionsmittel)
  • Erste-Hilfe-Material
  • Einen Schlafsack
  • Essgeschirr und Besteck
  • Kleidung für zwei, drei Tage
  • Hygieneartikel
  • Etwas zu essen und zu trinken
  • Wichtige Dokumente - wetterfest verpackt

Länger als zwei, bis drei Tage muss die Ausrüstung und der Proviant nicht reichen, weil in Notfall- und Extremsituationen in der Regel dann spätestens die professionelle Hilfe einsetzt.

Die Kleidung, die wir dabei haben, sollte wetterfest sein, also zum Beispiel auch möglichst wasserabweisend. Lange Kleidung schützt besser als kurze, wenn wir uns beispielsweise durch das Gebüsch schlagen müssen.

"Es gibt Dokumente, die brauchen Sie zum Nachweis im Original oder mindestens eine beglaubigte Kopie. Also so was wie Familienurkunden, da brauchen Sie immer das Original. Bei Sparbüchern, Konto, Verträgen, Renten, Bescheiden, aber auch Zeugnisse."
Ursula Fuchs, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Im Notfall ist es hilfreich, wenn wir vorsorglich einige wichtige Dokumente in der Cloud gespeichert haben. Bei anderen Papieren gilt wiederum, dass wir sie im Original dabei haben müssen, zum Beispiel Ausweispapiere, Familiendokumente und Zeugnisse, erklärt Ursula Fuchs, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Diese vorsorglich in einem Notfallrucksack zu verstauen, kann entscheidend sein, wenn wir in einer Extremsituation nur wenige Minuten haben, um unsere Wohnung zu verlassen.