Bäume kommunizieren miteinander über Pilzgeflechte. Das ist nicht neu. Dass sie sich aber auch kiloweise Kohlendioxid hin und her schieben, ist sensationell.

Im Schnitt bewegen Bäume auf einem Hektar Wald 280 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr zwischen sich hin und her. Der Tausch findet im Boden statt. Teil der Tausch-Connection sind Pilze, die zwischen den Baumwurzeln ein Netzwerk bilden, über das der Kohlenstoff von Baum zu Baum weitergeleitet wird.

Die Share Community der Bäume

Schweizer Forscher haben diese Tauschgemeinschaft mit einer Versuchsordnung nachgewiesen und im Science Magazin veröffentlicht. Fünf Jahre lang haben sie ein paar Fichten mitten im Wald mit einem gekennzeichneten Kohlendioxid begast, das sie mit Kränen in 40 Meter Höhe direkt in die Baumkronen geleitet haben. Bei der Analyse der umliegenden Bäume wie Birken, Lärchen und Kiefern und dem Wurzelwerk der Bäume haben die Forscher diesen gekennzeichnete Kohlenstoff wieder gefunden.

Das Ergebnis: Rund 40 Prozent des Kohlenstoffs in den Wurzeln eines Baumes stammt vom Nachbarn. In dem untersuchten Bereich kommen auch sehr viele Pilze vor, bei denen sie genau das selben Kohlendioxid gefunden haben.

Warum die Bäume so vorgehen, können die Wissenschaftler noch nicht erklären. Sie vermuten aber, dass Bäume, die von einem bestimmten Stoff genug haben und nicht mehr brauchen, anderen zur Verfügung stellen wie in einem Art Pool. Gerne geben sie die Stoffe an Pilze ab, von denen die Bäume wiederum profitieren. Pilze schützen Bäume vor Schädlingen und versorgen sie mit Nährstoffen.