• Abonnieren
  • Spotify
  • iTunes
  • Google

Fechterin Leonie Ebert trainiert für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio in Japan. Doch die finden vielleicht nicht statt. Wie sich diese Ungewissheit anfühlt und was das mit der Motivation macht, erzählt sie in der Ab21.

Schon als kleines Kind hatte Leonie ihr Ziel klar vor Augen: Sie wollte Medaillen und Pokale im Leistungssport gewinnen, so wie ihre Geschwister es ihr vorgemacht hatten. 2020 bei den Olympischen Sommerspielen sollte es soweit sein – so ihre damalige Rechnung. "Ich habe mir als Kind ausgerechnet, das 2016 knapp wird, da ich da 16 Jahre alt sein werde und die meisten Fechter mit ungefähr 28 Jahren ihren Höhepunkt haben," erzählt sie.

"Aber Tokio, da bin ich dann auf jeden Fall dabei. So habe ich schon jahrelang gedacht."
Leonie Ebert über ihren olympischen Traum

Doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Wettkampf nach einigem Hin und Her im vergangenen Jahr auf diesen Sommer verschoben. "Damals hatte ich das Gefühl, dass ich wie eine Schachbrettfigur wieder an den Anfang gestellt wurde," sagt Leonie über die Verschiebung. Doch die Verschiebung habe ihr auch bei der Planung ihres Trainings geholfen, denn dann habe sie gewusst: "Ok, wieder zwölf Monate von jetzt an."

Leonie trainiert trotz Unsicherheit

Ob die Olympischen Spiele im kommenden Sommer stattfinden können, ist noch unklar. Medienberichte von Absagen wechseln sich mit Dementi der japanischen Regierung und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ab. Für Leonie sei es ganz schön schwer, damit umzugehen.

"Wenn ich Nachrichten bekomme, habe ich totales Herzklopfen. Es ist eine kleine Achterbahnfahrt."
Leonie über die Unsicherheit bezüglich der Olympischen Spiele

Leonie sagt, dass sie beim Training keine großen Motivationsprobleme habe, gibt aber zu, dass es gerade eine schwere Zeit ist: "Ich finde es immer schön, abends nach Hause zu kommen und ausgepowert zu sein. Aber es ist ein anderes Gefühl, wenn man weiß, warum man es tut," erklärt sie.

Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf mentale Gesundheit von Profi-Sportreibenden

Forschende der Stanford Universität untersuchten in Zusammenarbeit mit dem sozialen Netzwerk Strava, wie es Sportlerinnen und Sportlern während der Corona-Pandemie ergeht. Dafür begleiteten sie 131 professionelle Ausdauersporttreibende, vor allem Radfahrer, Läuferinnen und Triathleten von März bis August 2020.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sich die Corona-Pandemie bei vielen Sportlerinnen und Sportlern auf ihre mentale Gesundheit auswirkt – etwa jeder fünfte Befragte (22,5 Prozent) spürte derartige Probleme und hatte Schwierigkeiten mit der Motivation. Zum Vergleich: Vor der Corona-Pandemie sagten das 3,9 Prozent.

Die Fechterin Leonie trainiert trotz aller Widrigkeiten weiter für ihren olympischen Traum. "Ich habe die letzten zehn Jahre meines Lebens auf diesen Moment hingearbeitet, die letzten vier Jahre extrem und in der Olympischen Qualifikation habe ich alles gegeben, um dabei zu sein," sagt sie. "Da ist es hintergründig, ob mir Leute dabei zusehen oder nicht. Ich will mich belohnen und meinen Traum leben können."

Lesenswert:

Meldet euch!

Ihr könnt das Team von Ab21 über WhatsApp erreichen. Uns interessiert: Was beschäftigt euch? Habt ihr ein Thema, über das wir unbedingt in der Sendung und im Podcast sprechen sollen?

Schickt uns eine Sprachnachricht oder schreibt uns per 0160-91360852.

Wichtig: Wenn ihr diese Nummer speichert und uns eine Nachricht schickt, akzeptiert ihr unsere Regeln zum Datenschutz und bei WhatsApp die Datenschutzrichtlinien von WhatsApp.