Wer über die Osterfeiertage seine Familie sehen möchte, sollte am besten jetzt schon anfangen, seine Kontakte zu reduzieren. Denn sich nur auf Schnelltests vor Ort zu verlassen, könnte riskant sein, sagt die Medizinjournalistin Christina Sartori.

Um sich zwei Wochen vorher in Quarantäne zu begeben, wie es das Robert-Koch-Institut empfiehlt – dafür ist es für die Osterfeiertage schon zu spät. Zum Glück gibt es mittlerweile die Schnelltests. Doch auch hier sollten wir vorsichtig sein, denn ihr Ergebnis ist erstens nicht zu hundert Prozent aussagekräftig und zweitens bereits nach einem Tag wieder hinfällig.

Wer an Ostern also Mutter, Vater, Oma oder Opa besuchen möchte, sollte sich nicht nur auf die Schnelltests verlassen, sondern auch auf die altbekannten Mittel wie Maske, Abstand und Lüften zurückgreifen, sagt Medizinjournalistin Christina Sartori.

Schnelltests: Ergebnis mit Unsicherheit

Etwa zehn bis zwölf Stunden ist das Testergebnis eines Schnelltests gültig. Allerdings gibt es bei den Schnelltests aus Discountern sowie bei Apotheken und Testzentren eine gewisse Unsicherheit. Denn sie zeigen nur dann ein positives Ergebnis an, wenn sich bereits eine bestimmte Menge an Viren im Rachenraum befindet. Ist man also frisch infiziert und hat erst eine geringe Virenmenge im Rachen, kann der Schnelltest trotz Infektion ein negatives Ergebnis anzeigen.

"Schnelltests werden erst dann positiv, wenn eine bestimmte Menge Viren im Rachen ist, also wenn man ansteckend ist."
Christina Sartori, Medizinjournalistin

Zwölf Stunden später könnte man allerdings schon ansteckend sein, weil sich in der Zwischenzeit das Virus deutlich vermehren konnte. Wer also in einen anderen Haushalt fahren möchte, sollte den Test so kurz wie möglich vor dem Besuch machen. Bei einem Aufenthalt über mehrere Tage ist es sogar sinnvoll, den Schnelltest jeden Tag zu wiederholen.

Verlässlichere Testergebnisse erhält man nur mit einem PCR-Test. Allerdings braucht man dafür einen Termin und muss ungefähr einen Tag auf das Ergebnis warten. Und auch der PCR-Test bietet bereits nach einem Tag keine absolute Sicherheit mehr, sagt Christina Sartori. Er eignet sich deshalb am besten für einen eintägigen Besuch.

Zwei Wochen vorher Kontakte einschränken

Je früher wir in der Zeit vor unserem Besuch unsere Kontakte einschränken, desto besser also - besonders im Hinblick auf die britische Virusvariante B.1.1.7, die deutlich ansteckender ist als das Ursprungsvirus, warnt Christina Sartori. Wer Menschen vor dem Osterbesuch trifft, sollte das am besten mit Maske, Abstand und frischer Luft tun.

"Allen Kontakten in den 14 Tagen vorher mit Maske, Abstand, frischer Luft begegnen, also sehr auf die AHA-Regeln achten."
Christina Sartori, Medizinjournalistin

Gleiches gilt auch für die Zeit zu Hause. Da das Tragen der Maske in der Familie meistens etwas schwierig ist, rät Christina Sartori dazu, regelmäßig zu lüften und möglichst Abstände einzuhalten. Bei schönem Wetter könnte sich beispielsweise auch der Balkon oder Garten für einen Osterkaffee anbieten.

Infektionszahlen steigen nicht aufgrund von mehr Schnelltests

Die Infektionszahlen steigen übrigens nicht, weil nun noch mehr getestet werden kann. Die Schnelltests für Zuhause sowie in den Apotheken oder in Testzentren machen bisher nur einen kleinen Teil der Tests in Deutschland aus.

Zudem untersucht das Robert-Koch-Institut auch mit anderen Methoden wie beispielsweise mit Stichproben, wie gut sich das Virus derzeit verbreitet. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Neuinfektionen steigen, da sich das Virus gerade sehr schnell verbreitet und nicht aufgrund einer größeren Testkapazität.