Mais oui? Franzosen und Französinnen, die nicht gleich heiraten, aber ihrer Beziehung einen offiziellen Touch geben wollen, schließen den PACS.

Der zivile Solidaritätspakt, wie PACS eingedeutscht heißt, scheint sich in Frankreich bewährt zu haben. Unverheiratete Französinnen und Franzosen schicken ihren selbst verfassten Partnerschaftsvertrag an das jeweilige Amtsgericht. Mit dem Pakt erwerben die Partner Rechte, aber auch Pflichten. Das verpartnerte Paar ist zur gegenseitigen Hilfe verpflichtet, muss für die Schulden gemeinsam einstehen, auch die Steuern gemeinsam erklären und gemeinschaftlich für die Steuerschuld aufkommen. Ein paar Risiken sind mit dem Vertrag auch verbunden. Was einige Juristen freut, die sich auf PACS-Pärchen spezialisiert haben.

Risiken des PACS

Zugunsten der PACS-Paare wurde in Frankreich das Mietrecht angepasst, so dass beide Partner die gleichen Rechte genießen, auch wenn einer von ihnen den Mietvertrag nicht unterschrieben hat. Sogar die Urlaubsansprüche wurden für PACS-Paare angehoben.

Trennt sich das PACS-Paar, muss es nur ein gemeinsam unterzeichnetes Einschreiben beim Amtsgericht einreichen. Der sozial schwächer gestellte Partner ist bei der Trennung jedoch nicht so gut abgesichert wie sein geschiedenes Pendant aus einer echten Ehe. Und auch im Todesfall eines PACS-Partners ist die Erbschaft nicht unumstritten.

Frankreich hat 1999 eine Vorreiterrolle eingenommen, als der "Pacte civil de Solidarité" (PACS) eingeführt wurde. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen seit 2013 den PACS schließen. Jährlich gehen 175.000 Paare den beinahe Pakt fürs Leben ein. Am beliebtesten ist er unter heterosexuellen Paaren.

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